Griechenlandkrise
„Task Force“-Chef vor Herkules-Aufgabe

Horst Reichenbach, Vorsitzender der EU-Eingreiftruppe für das hochverschuldete Griechenland, will alles tun, um Wachstum zu schaffen. Ein Ökonom hält die Schuldenrückzahlung aus eigener Kraft für „illusorisch“.
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Athen/KielDie „Task Force“ der EU für das hochverschuldete Griechenland steht nach eigener Einschätzung vor sehr schwierigen Aufgaben. „Wir haben keine Wunderlösungen“, sagte der Chef der „Task Force“, Horst Reichenbach, am Donnerstag in Athen vor Journalisten zum Abschluss seines ersten dreitägigen Besuches und der Inspektion der Lage in Athen. Seine 30-köpfige Expertengruppe werde die Griechen vor allem beraten, wie man die Steuerhinterziehung bekämpft, das Budget kürzt und den Staat transparenter macht. Auch Reformen für das defizitäre Gesundheitssystem des Landes müssten angeschoben werden.

Aus Sicht des Kieler Instituts für Weltwirtschaft kann nur ein drastischer Schuldenerlass Griechenland vor einer Staatspleite bewahren. Reichenbach, hatte bereits im ARD-Morgenmagazin die Arbeit seiner Experten als sehr schwierig eingestuft: „Eine Reform dieses Umfangs ist sicherlich in jedem Staat der Welt eine Herkules-Aufgabe“, meinte Reichenbach und fügte hinzu, dass die griechische Verwaltung nicht die stärkste in der Welt sei. Das schwierigste Problem dürfe nach Ansicht Reichenbachs die Rezession sein. Die Bevölkerung mache „bittere Erfahrungen“. Er werde alles Mögliche tun, um Wachstum zu bringen. Unter anderem wolle er prüfen, wie das Liquiditätsproblem der griechischen Banken gelöst werden könne. Dabei schloss der erfahrene EU-Funktionär nicht aus, dass Gelder aus Strukturfonds der EU dafür genutzt werden könnten.

Reichenbach will bis Ende Oktober einen ersten Plan mit Eckpunkten über die Ankurbelung der griechischen Wirtschaft vorlegen. Sie war 2010 um 4,5 Prozent geschrumpft. Nach aktuellen Schätzungen wird die Wirtschaftsleistung dieses Jahr um weitere 5,3 Prozent zurückgehen. „Griechenland wird aus eigener Kraft nicht in der Lage sein, die Staatsschulden zum vollen Kurs zurückzuzahlen. Auch nicht mit dem erweiterten Euro-Rettungsschirm. Das ist illusorisch“, sagte der Leiter des Zentrums Wirtschaftspolitik beim Kieler Institut für Weltwirtschaft , Henning Klodt, am Donnerstag der Nachrichtenagentur dpa. Einen Ausstieg aus der Währungsunion hält er dagegen für so gut wie unmöglich.

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  • Anleihen werden immer in der Währung fällig in der sie ausgegeben worden sind.
    Das ist auch der Grund warum es kein Sinn für Griechenland macht aus dem Euro auszusteigen.
    Die Schulden müssten trotzdem in Euro zurückbezahlt werden. Und wo nehmen wenn nicht stehlen?
    Sollte Deutschland aus dem Euro aussteigen dann währen die Anleihen bei Fälligkeit auch in Euro zurück zahlbar (falls es den noch gibt, sonst keine Ahnung) und nicht in DM oder wie immer die neue deutsche Währung heißen würde.

  • Der Euro ist nicht zu retten. Die Frage ist nur, ob man ihn rechtzeitig vor der Eskalation politischer und sozialer Konflikte in Europa aufgibt, oder erst danach, d.h. zu spät.
    Auf www.volatility-management.com wurde das ziemlich klar beschrieben.

  • Ich bin zwar kein Fachmann, aber Staatsanleihen müssen glaub immer in der offiziellen Währung des Landes ausgezahlt werden.

    Aber ich würde nicht mit dt. Staatsanleihen auf Währungsgewinne spekulieren. Denn Währungsgewinne hier entsprechen Währungsverlusten gegenüber den Südländern. Und damit hat man recht schnell Bilanzprobleme bei den Banken, Versicherungen, etc. die alle gehebelt südländische Staatsanleihen halten.

    Daher denke ich man wird die nächste Währungsreform mit einer größer angelegten Umschuldungsaktion und der Verstaatlichung des Bankensektors über die Bühne laufen lassen. Die dt. Staatsanleihen kriegen dann auch nen Haircut. Und statt Strongeuro wird's wohl eher wieder die DM geben. Wer hat denn schon Lust auf ein neues Experiment nach dem Desaster?

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