Griechenlands Russland-Nähe Tsipras könnte Putins Trojaner gegen Europa werden

Mit der Links-Rechts-Regierung in Athen könnte Griechenland näher an Russland rücken. Experten halten das für gefährlich – nicht nur, weil die schuldengeplagten Hellenen dann ein Druckmittel gegen die Europartner hätten.
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Alexis Tsipras: Der Syriza-Chef und neue griechische Premier könnte wichtige EU-Entscheidungen blockieren. Quelle: AFP
Alexis Tsipras

Alexis Tsipras: Der Syriza-Chef und neue griechische Premier könnte wichtige EU-Entscheidungen blockieren.

(Foto: AFP)

BerlinDie Glückwünsche aus Russland ließen nicht lange auf sich warten. Als klar war, dass die Syriza-Partei die Parlamentswahl in Griechenland gewonnen hatte, stand Kremlchef Wladimir Putin als erster auf der Matte, um dem Chef der linksradikalen Partei Alexis Tsipras zu gratulieren. Putin nahm die Gelegenheit zum Anlass, die Beziehungen zwischen Russland und Griechenland als „traditionell konstruktiv“ zu würdigen. Und er fügte, nicht ganz uneigennützig, hinzu, dass er überzeugt sei, dass beide Länder dieses gute Verhältnis fortsetzen würden – auch, um aktuelle europäische und internationale Probleme wirksam zu lösen.

Die Ukraine-Krise und die gegen Moskau verhängten Sanktionen sind ein solches Problem und führten vergangene Woche postwendend zu einem Eklat zwischen Athen und der EU. Kurz nach seiner Vereidigung als neuer Regierungschef meldete sich Tsipras mit deutlichem Protest, nachdem die EU-Staats- und Regierungschefs in einer „gemeinsamen“ Erklärung Russland mit einer Verschärfung der Sanktionen wegen des Ukraine-Konflikts gedroht hatten. Sein Büro monierte, dass Griechenland vor der Veröffentlichung nicht konsultiert worden sei.

Aus Brüssel hieß es darauf, die übliche Verfahrensweise sei sehr wohl „respektiert“ worden. In solchen Fällen sei es üblich, das Schweigen eines Mitgliedstaats - in diesem Fall offenbar das mitten im Regierungswechsel befindliche Griechenland – als Zustimmung zu werten. Diplomaten räumten aber später ein, dass sich der für die Veröffentlichung der Erklärung verantwortliche EU-Ratspräsident Donald Tusk „nicht sehr professionell“ verhalten habe. Einen Vorsatz wollte dem Polen, der als starker Russland-Kritiker bekannt ist, aber niemand unterstellen.

Dennoch weckte Tsipras' Protest Befürchtungen, dass die Einigkeit der EU in der Sanktionsfrage auf dem Spiel stehen könnte. Und nicht nur wegen dieser Frage befürchten Außenpolitik-Experten, dass die Russland-Nähe Griechenlands noch zu einem ernsten Problem für Europa werden könnte.

„Griechenland könnte sein Veto im Europäischen Rat dazu benutzen, die Russland-Politik der EU zu obstruieren“, sagte Carlo Masala, Professor für Internationale Politik an der Universität der Bundeswehr München, dem Handelsblatt (Online-Ausgabe). Zudem könne Russland seinerseits über wirtschaftliche Hilfen an Athen eine Alternative zur Troika darstellen. „Und eine zunehmende ökonomische Abhängigkeit Griechenlands von Russland kann Athen zu einem trojanischen Pferd Moskaus in der EU werden lassen.“

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17 Kommentare zu "Griechenlands Russland-Nähe: Tsipras könnte Putins Trojaner gegen Europa werden"

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  • Nationen oder Volksgruppen Bashing zahlt sich am Ende nicht aus. Die Betroffenen könnten sich vielleicht auch bei politisch unterschiedlichen „Gemengelagen“ doch in manchen Bereichen solidarisieren. Der Ton macht die Musik. Im Gegensatz zu uns gibt es in vielen Ländern noch so etwas wie Nationalstolz ohne gleich als rechts zu gelten.

  • Ob man will, oder nicht! Wir haben eine Multipolare Welt, und das ist gut so! Der Amerivan Way of Live war 1945 ff wahrscheinlich der Beste, ab den 80ern ff hat er zu dem ähnlichen dämlichen Finanzkapitalismus geführt, wie der, der in den USA beginnend 1929 die Welt in Extremismus, Krieg und Elend geführt hat. Da mal kurz inne halten, nachdenken und evt. sagen, so kann das nicht weiter gehen, ist m. E. das Beste was man in einer so offensichtlich verfahrenen Situation machen kann.

  • Putin braucht eine neue Basis für seine Mittelmeerflotte sobald der IS in Syrien die Macht übernommen hat.

  • danke für den Link @ Herr Kastner, werde es mir mal durchlesen...

    Das mit dem Gold ist ja leider auch so eine Sachen, da haben Sie mit dem "Schuldschein" wohl recht... zumindest symbolisch

  • @ Herr Mayr:

    da ich türkischer Abstammung bin kann ich wohl leider keiner Ihrer "Parade-Nazis" sein aber danke, dass Sie mir das einfach so unterstellen^^
    Wenn ich eben gegen etwas bin dann sage ich das auch, ob ich dann links, rechts oder geradeaus bin juckt mich doch nicht...

    Wenn ich zu meinem Chef gehe und sage ich will mehr Gehalt, dann kann der mir doch nicht an den Kopf werfen das ich "rechtsradikal" bin, nur weil ich etwas gegen sein "System" haben...???^^

    Ein bezahlter Schreibe wäre ich sehr gerne sogar, wenn Sie wissen wo ich mich melden muss damit ich von Putin oder wem auch immer Geld bekomme für das was ich Schreibe dann sagen Sie es mir bitte... ich meine das zu 100% ernst, kenne da auch keinen Verdient, sollte der aber ausreichend sein würde ich Ihnen sogar vom ersten "Gehalt" etwas abgeben, sozusagen als Bonus...
    Ich weiß Sie nehmen den letzten Absatz wohl nicht ernst, aber ich meine das wirklich so, das verspreche ich sogar.
    Wenn ich für das was ich sowieso schreibe auch noch Geld bekommen kann wäre das klassen!

  • @ F.Giegl
    sorry war zu schnell, hier der passende Link dazu. Die Amis selber berichten darüber, hier findet man Nichts darüber
    http://kingworldnews.com/insider-exposes-shocking-truth-on-german-gold-repatriation/

  • @ Franz Giegl: mit diesen rechtsradikalen Kommentar eines "Finanz-Juden-Systems" haben Sie sich völlig unglaubwürdig gemacht. (...)

    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • @ F. Giegl
    Volle Zustimmung, fragen Sie doch mal wo unser Gold wirklich bleibt und wer damit Kriege und Terror finanziert. Lächerliche 20 t hat man von der FED bekommen, der Rest ist weg !!! In Fort Nox liegt nur noch der Schuldschein

  • "Wenn Merkel Druck aus den USA bekommt hinsichtlich möglicher Befürchtungen, was den Nato/Griechenland Komplex angeht, wird Merkel klein beigeben."

    Was für eine Aussage. Frau Merkel ging in der ehemaligen SBZ bei Fuß und diese opportunistische Einstellung hat sie nie aufgegeben. Manche Menschen machen für ihre Karriere halt alles. Also, BK Frau Dr. Angela Merkel gibt nach oben immer klein bei, nach unten werden ihre Füße dann schon mal aktiv. Eigentlich eine arme Frau, weiß sie doch so gar nichts über Sinn und Unsinn des Lebens. Aber den meisten Deutschen scheint es ja zu gefallen. Der aufrechte Gang scheint heutzutage nicht mehr gefragt zu sein. - Schade eigentlich.

  • Wir befinden uns neuerdings in der Reinkarnation des außenpolitischen Spiels mit vier oder fünf Bällen wie zu Zeiten Bismarcks auf einer neuen Ebene der Zeitspirale.

    Wenn die Separatisten und Russland den miltärischen Druck auf Kiew erhöhen und die Ukraine entsprechend reagiert (oder umgekehrt je nach Sichtweise) und der "Westen", vor allem die USA mit Polen, den baltischen Staaten und einigen anderen wie Uk und ähnliche, verschärfte Sanktionen als Reaktion ins Auge fassen, muss Griechenland zustimmen.

    Da Deutschland an verschärften Sanktionen kein besonderes Interesse hat, könnte eine griechische Weigerung durchaus in deutschem Interesse liegen.

    Wenn Merkel die Taschen dicht hält und Tsipras mit Russland "droht", ist für dieTeile der deutschen Industrie (Ostausschuss) möglicherweise eine Situation gegeben, die nicht ganz ungelegen kommt.

    Die Gemengelage ist komplex aber nicht ganz undurchschaubar.

    Wie gesagt ein Spiel mit mehreren Kugeln.

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