Griechenlands Überraschung
Athen meldet Primärüberschuss für die ersten fünf Monate

Anderthalb Milliarden Euro Primärüberschuss: Durch Ausgabenkürzungen fällt die griechische Haushaltsbilanz deutlich positiver aus als erwartet. Doch noch immer hapert es auf der Einnahmeseite.
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AthenDie Regierung in Athen schafft eine überraschend positive Haushaltsbilanz. Von Januar bis Mai kam sie auf einen Primärüberschuss – das ist der Haushalt ohne Zinskosten – von 1,51 Milliarden Euro. Angestrebt war dagegen ein Defizit von 556 Millionen Euro worden, wie sie am Donnerstag in Athen mitteilte. Möglich wurde dies durch kräftige Kürzungen bei den Ausgaben: Diese fielen um 2,6 Milliarden Euro geringer aus als eigentlich angestrebt. Die Budgets von Sozialversicherungen, Regionen und Kommunen – die auch von den Geldgebern unter die Lupe genommen werden – sind in den Zahlen aber nicht berücksichtigt.

Wenig erfreulich entwickeln sich aus Sicht des Staates die Steuereinnahmen: Diese fielen in den ersten fünf Monaten mit rund 18 Milliarden Euro um gut eine Milliarde Euro niedriger aus als geplant. Ein Grund dafür war der Rückfall in die Rezession. Das Bruttoinlandsprodukt schrumpfte im ersten Quartal um 0,2 Prozent.

Der Primärüberschuss ist einer der Knackpunkte in den festgefahrenen Verhandlungen zwischen Griechenland und seinen Gläubigern. Athen soll nach dem Willen von Euro-Partnern, Internationalem Währungsfonds und Europäischer Zentralbank in diesem Jahr einen Überschuss von 1,0 Prozent des Bruttoinlandsproduktes erwirtschaften. Im kommenden Jahr sollen es 2,0 Prozent sein, 2017 dann 3,0 Prozent und 2018 sogar 3,5 Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Griechenlands Überraschung: Athen meldet Primärüberschuss für die ersten fünf Monate"

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  • "Die Budgets von Sozialversicherungen, Regionen und Kommunen – die auch von den Geldgebern unter die Lupe genommen werden – sind in den Zahlen aber nicht berücksichtigt."

    Weshalb sollte man nicht über eine neue Kennzahl berichten? Einnahmen vor Ausgaben ist doch eine herrliche Kennzahl um über einen Überschuss zu berichten.

    Fragt denn keiner der Journalisten nach?

    Dass Politiker nicht nachfragen, dass wissen wir doch zu genüge. Dazu wäre Fachwissen einzufordern. Wo soll das denn jetzt auf einmal herkommen? Den Journalisten fällt eine kaum zu tragende Verantwortung zu, wenn die Opposition zu schwach ist, die Regierung in Gefahr zu bringen und in der Regierung die Sitten der Volkskammer gelebt werden.

  • Wer Griechenland noch Zahlen glaubt, zieht sich die Hose auch mit der Kneifzange an.

  • Na . da sehen wir es doch , Griechenland ist auf einem guten Weg !

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