Griechische Grenzer: Hunderte Flüchtlinge verlassen Elendslager in Idomeni

Griechische Grenzer
Hunderte Flüchtlinge verlassen Elendslager in Idomeni

Seit Wochen harren mehr als 11.000 Migranten in Idomeni an der griechisch-mazedonischen Grenze aus, unter katastrophalen Bedingungen. Einige hundert ziehen nun in andere Lager – andere werden in die Türkei abgeschoben.

AthenAngesichts der katastrophalen Bedingungen im Flüchtlingslager Idomeni an der griechisch-mazedonischen Grenze haben hunderte dort festsitzende Flüchtlinge eingewilligt, in andere Unterkünfte gebracht zu werden. Acht Busse transportierten bereits am Freitag etwa 400 Flüchtlinge in andere Aufnahmezentren der Region, etwa ein dutzend Busse sollten am Samstag zum Einsatz kommen, wie die griechische Polizei vor Ort mitteilte.

Nach offiziellen Angaben waren am Samstagmorgen noch 11.603 Menschen in Idomeni. An der Grenze harren die Flüchtlinge seit Wochen auf griechischer Seite aus, nachdem Mazedonien seine Grenze und damit den Weg Richtung Nord- und Mitteleuropa dicht gemacht hatte. Trotz der schwierigen Bedingungen, nur mit Zelten gegen Regen und Kälte geschützt, hatten sich die Flüchtlinge geweigert, die Grenze wieder zu verlassen. Nun wurden vor allem Familien mit Kindern fortgebracht, die diese Bedingungen nicht mehr ertragen konnten und deshalb freiwillig in die Busse stiegen.

Die griechischen Behörden haben angekündigt, dass die Bemühungen zur Räumung des Lagers ab Montag verstärkt werden sollen. 30.000 neue Plätze sollen binnen 20 Tagen in Aufnahmezentren andernorts geschaffen werden. Aus der Türkei kommen derzeit deutlich weniger Flüchtlinge nach Griechenland. Nach Angaben vom Samstag waren am Freitag 78 Menschen angekommen.

Zuletzt hat die Regierung Ankara erneut eine größere Zahl von Migranten zurückgenommen. So schob Griechenland am Freitag insgesamt 71 Menschen ab, die illegal eingereist waren – 69 aus Pakistan und zwei aus Bangladesch. Dies teilte am Samstag das Bürgerschutzministerium mit. Seit Jahresbeginn wurden nach Angaben der Behörde damit 766 Migranten in die Türkei ausgewiesen. Dabei handele es sich um 295 Menschen aus Pakistan, 33 aus Bangladesch, 268 aus Marokko, 144 aus Algerien und vier aus Tunesien.

Griechenland und die Türkei hatten bereits vor 14 Jahren ein bilaterales Rückführungsabkommen unterzeichnet. Die Regierungschefs beider Staaten, Alexis Tsipras und Ahmet Davutoglu, hatten das Abkommen bei ihrem jüngsten Treffen Anfang des Monats in Izmir neu belebt.

Bald sollen auch die ersten Rückführungen im Rahmen des EU-Türkei-Flüchtlingspaktes beginnen. Die Übereinkunft sieht vor, dass alle Flüchtlinge, die nach dem 20. März illegal von der Türkei nach Griechenland übergesetzt sind, vom 4. April an zwangsweise zurückgebracht werden können. Vorher haben die Migranten jedoch das Recht auf eine Einzelfallprüfung in Griechenland.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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