Griechische Immobilien
Athen wehrt sich gegen Privatisierungen

Die Privatisierung von Staatseigentum in Griechenland kommt nur schleppend voran. Athen lehnt jetzt einen weiteren Vorstoß von Experten des Rettungsschirms ab. Griechische Immobilien sollen griechisch bleiben.
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AthenDie griechische Regierung lehnt den Vorstoß von Experten des Rettungsschirms ESM ab, griechische Staatsimmobilien mit einer neuen Holdinggesellschaft in Luxemburg einfacher zu privatisieren. „Der Privatisierungsfonds wird in griechischen Händen bleiben. Schluss aus“, sagte der griechische Ministerpräsident Antonis Samaras der Athener Zeitung „Eleftherotypia“ am Sonntag.

Auch der oberste griechische Kassenhüter, Finanzminister Ioannis Stournaras, sagte der Athener Zeitung „Ethnos“: „Ich dementiere kategorisch einen Umzug des Privatisierungsfonds ins Ausland.“

Die beiden Spitzenpolitiker reagierten damit auf Berichte der Presse im In- und Ausland in der vergangenen Woche, wonach eine neue Immobilien-Holding griechische Staatsimmobilien verwalten könnte. Die Entscheidung über deren Verkauf sollte jedoch weiter letztlich in Athen fallen, soll es in einem internen Hintergrundpapier des ESM heißen.

Ein Sprecher des EU-Währungskommissars Olli Rehn hatte mitgeteilt, es gebe ein solches Hintergrundpapier, das aber von den ESM-Führungsgremien weder diskutiert noch gebilligt worden sei. Es seien lediglich „Ideen, die zirkulieren“.

Die Privatisierung von Staatseigentum kommt im Rahmen des Rettungsprogramms für Griechenland nur schleppend voran. Die Troika von Kommission, Internationalem Währungsfonds und Europäischer Zentralbank wird die Fortschritte des Programms im September erneut bewerten. Bereits vor wenigen Wochen war das diesjährige Ziel, rund 2,5 Milliarden Euro aus Privatisierungen zu kassieren auf 1,6 Milliarden Euro nach unten korrigiert worden.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • @RDA
    NEIN. Es ändert nichts daran, dass GR pleite ist.
    Hinzu kommt, dass wir in Deutschland – selbstverständlich – unseren bisher schon (überflüssigerweise) eingegangenen Verpflichtungen nachkommen müssen. Das bedeutet, wir werden für die geplatzten Bürgschaften etc. zahlen müssen.

    ABER es wird mit der Alternative für Deutschland keine weiteren Haftungen oder Bürgschaften mehr geben. Denn die AfD setzt sich dafür ein, dass die EU-Verträge so geändert werden müssen, dass die Schuldenländer, für die der € ohnehin viel zu stark ist, endlich austreten können.
    Dann kehren diese Länder in ihre nationalen Währungen zurück. Bei diesem Vorgang könnte Deutschland ebenso wie die anderen Geberländer durch erneute „Überbrückungsgelder" und natürlich mit Know How behilflich sein.
    GR und die anderen Schuldenländer könnten wettbewerbsfähiger werden, ihre Würde und Souveränität zurück erhalten und langsam ihre Schulden begleichen.
    Andernfalls – wenn alle im € blieben – käme GAR NICHTS zurück - stattdessen kämen immer neue Schulden für GR (Verpflichtungen für uns Deutsche!) hinzu.

  • Es wird keine Privatisierung geben. Die z.Zt. regierende Koalition steht auf sehr wackeligen Füßen. Sie haben nur eine hauchdünne Mehrheit und sobald etwas „Kritisches“ zur Abstimmung gelangt, läuft die Regierung Gefahr, dass ihr die eigenen Abgeordneten abtrünnig werden.
    Deswegen geht sie kein Risiko ein.
    Und deswegen bekommt sie auch TROTZDEM noch die Gelder aus der EU.
    Denn für die EU ist die jetzige Regierung eindeutig das kleinere Übel.
    Bräche die Koalition auseinander, hätten sowohl die vereinigte Linke unter Tsipras „SYRIZA“ als auch die Rechtsaußen-Partei „Goldene Morgenröte“ beste Chancen, gewählt zu werden.
    Die EU müsste dann ihr Gesicht verlieren, wenn sie selbst DIESE Parteien noch unterstützte.
    Das Dilemma bestünde darin, dass sämtliche Politiker ihre Karriere an das Gelingen des politischen Projekts EURO geknüpft haben und dass sie eigentlich ALLES dafür tun, um ihre Karriere, ihr Gesicht und ihre lukrativen „Beziehungen“ zu retten – komme was da wolle.

    Aber wenn eine links- oder rechtsaußenorientierte griechische Regierung hofiert werden müsste, würde das auch dem allerallerletzten Bürger in Deutschland (und anderswo!) klarmachen, worum es hier in Wahrheit geht: NUR um eigene Politiker- und Bankeninteressen.

    Deshalb unternimmt die EU alles, um die jetzige Regierung GR’s im Amt zu halten und nimmt ihr den Druck weg, wo immer es geht.

  • Es geht vor allem um deutsches Geld, das mal wieder nach GR geschickt werden soll, weil die Griechen unwillig sind zu privatisieren.

    Denn Privatisieren bedeutet die ganzen netten überbezahlten Jobs für politische Freunde und Verwandte abzuschaffen.

    Das kann nur die AfD beenden, indem der griechische Sumpf nicht weiter alimentiert wird

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