Griechische Sparpläne

Der Kampf um den Verbleib in der Euro-Zone

Während der Ton in der Koalition gegenüber Griechenland immer rauer wird, will die griechische Regierung Handlungsfähigkeit beweisen. Im Kampf um den Verbleib in der Euro-Zone haben die Griechen einen Partner: die EZB.
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Griechenland macht sich für den Kampf bereit: Die Regierung präsentiert der Troika einen neuen Sparplan. Quelle: dpa

Griechenland macht sich für den Kampf bereit: Die Regierung präsentiert der Troika einen neuen Sparplan.

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AthenGriechenland versucht, mit Milliarden-Einsparungen die drohende Zahlungsunfähigkeit und sein Aus als Euro-Land abzuwenden. Nach Angaben aus dem Finanzministerium will die Regierung des Landes am Donnerstag der Gläubiger-Troika aus EZB, EU-Kommission und IWF einen Sparplan für die Jahre 2013 und 2014 mit einem Volumen von 11,7 Milliarden präsentieren.

Der bayerische Finanzminister Markus Söder glaubt jedoch nicht mehr daran, dass Griechenland das Ruder noch herumreißen kann. Der CSU-Politiker plädierte für einen geordneten Austritt des Landes aus der Euro-Zone. Erfülle das Land nicht seine Spar- und Reformauflagen, dürfe es kein neues Geld mehr geben. Auch bei den Griechen schwindet das Vertrauen. Sie zogen im Juni weitere Milliarden von den Banken ab.

Ministerpräsident Antonio Samaras besprach das Sparpaket am Mittag mit seinen beiden Koalitionspartnern. Anschließend war ein Gespräch mit EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso angesetzt. In dessen Zentrum dürfte die Frage stehen, ob die Euro-Partner Griechenland entgegenkommen, um die zugesagten Spar- und Reformziele zeitlich etwas strecken zu können.

Klar ist bereits, dass das Land insbesondere wegen der zwei Wahlen in den letzten Monaten bei der Zielerfüllung hinterherhinkt. Derzeit untersucht die Troika, ob sie dennoch die Freigabe von gut 30 Milliarden Euro an Hilfsgeldern des IWF und des Rettungsfonds EFSF empfehlen kann.

In der schwarz-gelben Regierungskoalition in Deutschland mehren sich die Stimmen, die keinen Raum mehr für Zugeständnisse an Griechenland sehen und notfalls dessen Ausstieg aus der Euro-Zone riskieren wollen. Er glaube nicht, „dass die Lösung darin liegt Griechenland mehr Geld zu geben, sondern das Griechenland aus der Euro-Zone austritt", sagte der CSU-Politiker Söder im Deutschlandfunk. Wenn Griechenland seine Zusagen nicht einhalte, sei der Punkt erreicht, an dem es „keine Lockerung der Bedingungen, keine neuen Verhandlungen und erst recht kein neues Geld" mehr geben könne.

Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler sagte, es könne keine Leistung ohne Gegenleistung geben. Entscheidend dafür, ob es für das Land weitere Hilfen gebe, sei der Bericht der Troika. „Über die Zukunft Griechenlands entscheidet Griechenland selbst", sagte er der "Rheinischen Post".

EZB könnte erneut Staatsanleihen kaufen
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13 Kommentare zu "Griechische Sparpläne: Der Kampf um den Verbleib in der Euro-Zone"

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  • O-Ton 'george.orwell'
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    @ Rechner

    WER sind denn "die Griechen"? Der Rentner, der16jährige Arbeitslose oder der Redereibesitzer oder der bestochene Politfunktionär?
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    Alle.

    Und fast alle haben bei der Abzocke mitgemacht und die Abzockerparteien gewählt.

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    O-Ton 'george.orwell'
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    Außerdem werden die Griechen durch sparen nur ihren Untergang forcieren. Die Einsparungen werden von den kollabierenden Steuereinnahmen überkompensiert werden.
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    Völliger Unsinn.

    In Deutschland jedenfalls hat sparen funktioniert.

    Und in Italien, Portugal und Irland funktioniert es auch.

    Und selbst in Griechenland hat es funktioniert. Das Defizit ist immerhin auch letztes Jahr um 4,2 Milliarden gesunken.

    Was selbst in diesem pathologischen Fall ihre These von der Überkompensation durch Steuerausfall falsifiziert.

    Nur wurde eben zu wenig gespart.

    Und dieses Jahr haben die Griechen das Sparen aufgegeben - 2012 dürfte, wenn man das erste Halbjahr als Maßstab nimmt, das Defizit um 6 Milliarden steigen.

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    Ich empfehle Ihnen dringend sich bei Eurostat 'mal die Zahlen anzugucken und in Kalkulationstabellen einzutragen.

    Das würde zu einem Gewinn an Realismus führen.

  • Griechenland "VERSUCHT", mit Milliarden-Einsparungen die drohende Zahlungsunfähigkeit und sein Aus als Euro-Land abzuwenden.
    Aktuell sind von diesen Bemühungen 5256 Stellen betroffen. Die Staatsbediensteten sollen aber nicht entlassen werden. Sie sollen entweder in Rente gehen oder in andere staatliche Behörden versetzt werden.
    Der griechische Staat hat sich immer so bemüht!

  • @ Rechner

    WER sind denn "die Griechen"? Der Rentner, der16jährige Arbeitslose oder der Redereibesitzer oder der bestochene Politfunktionär?

    Es ist unanständig "die Griechen" zu verurteilen!

    Außerdem werden die Griechen durch sparen nur ihren Untergang forcieren. Die Einsparungen werden von den kollabierenden Steuereinnahmen überkompensiert werden.

  • ABSURDES THEATER

    Die deutsche Idee, Länder wie Griechenland könnten sich aus der Krise heraussparen ist völlig absurd und wird von jedem anständigen Wirtschaftswissenschaftler bestritten.

  • Kämpfen um einen Verbleib in der Eurozone tun nur die Europhantasten und Tagträumer in Brüssel und Berlin.

    Sie können ja gerne mal die Bevölkerung in den nordischen Industrieländern fragen in wieweit sie noch gewillt sind ungefragt ihre Steuern abführen zu müssen.

    Nämlich gar nicht !

  • Griechenland will einen Sparplan für die Jahre 2013 und 2014 mit einem Volumen von 11,7 Milliarden präsentieren?

    Interessiert keine Sau.

    Für 2012 ist Griechenland bereits bei 12,4 Milliarden Defizit angelangt. Vereinbart waren 15 Milliarden für's ganze Jahr. Wenn die Griechen im bisherigen Tempo weitermachen, werden sie das um 9 Milliarden verfehlen.

    Also wird erst einmal 9 Milliarden Sparplan für 2012 gebraucht.

    Den wird es aber nicht geben - die Troika soll sich zum x-ten Mal auf nächstes Jahr vertrösten lassen und dieses Jahr wieder löhnen.

    ...

    Irgendwie habe ich aber das Gefühl daß die griechischen Kleptokraten diesmal den Bogen überspannt haben.

    Denn Lagarde, Barosso und Draghi machen sich ja langsam lächerlich wenn sie sich wieder von den Griechen am Nasenring durch die Manege ziehen lassen.

  • Wieso?
    Es stimmt doch, daß Griechenland seit 2008 nur Geld erhält und nicht eine einzige tiefgreifende Reform durchgezogen hat. Stattdessen will man wieder 24 Monate Arbeitlosengeld zahlen oder löst 200 nutzlose Behörden auf, wobei kein Mitarbeiter den Job verliert aber in andere Behörden unterkommt.

    Die "Verarschung" muss jetzt endlich ein Ende haben. Da hilft jetzt auch kein Heulen und Zähneklappern mehr.

    Griechenland braucht den Bankrott für einen Neuanfang.
    Schulden weg, Euro weg, Dekadenz weg, und unter europäischer Aufsicht das Land erst einmal zu einem westlichen Staat entwickeln

  • Falsche Überschrift!

    Es ist der Kampf um die nächste Überweisung!
    Und sonst nichts.
    Noch soviel wie möglich reinholen, bevor die Klappe fällt.



  • Sie versprechen viel und halten wenig.
    Nicht die Wahlen verzögerten die Umsetzung, die seit Jahren bestehenden Versprechen wurden bisher nicht oder nur ungenügend umgesetzt.

    Das trojanische Pferd lässt grüßen-

  • Völlig richtig. Zumal auch das griechische Volk den jetzigen Zustand nicht mehr aushalten kann. Es MUSS endlich Schluss sein! Die neuen "Sparanstrengungen" der Regierung Samaras sind übrigens wieder einmal Anstrengungen der kleinen Leute, während man die eigene Klientel, die hunderttausende Beamte, unangetastet läßt. Die DEKO-Beamtengehälter - das sind GR's höchstbezahlte Beamte aus den Bereichen der Nicht-Verwaltung wie Bahn, Bus, U-Bahn, Strom, Gas, Wasser etc. - sollten eigentlich bereits 2x gekürzt sein. Einmal um ca. 12%, ein anderes Mal um ca. 15%. Seit vielen, vielen Monaten. Beide Male hat man es "vergessen", die Kürzung umzusetzen. Nur gaaanz zufällig, kurz bevor nämlich die Troika kam, fand man den "Fehler" heraus. Und auch das tolle Sparprogramm wurde mit heißer Nadel gestrickt und demgemäß auch erst im allerletzten Moment, nämlich heute, fertig.

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