Griechischer Finanzminister
„Wir sind aus dem Schlimmsten heraus“

Immer wieder ist die Troika aus Athen abgereist, weil sie mit den Maßnahmen des hochverschuldeten Landes nicht zufrieden war. Nun wittert der griechische Finanzminister Morgenluft- und hat ein Anliegen an Deutschland.
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FrankfurtGriechenland hat die schlimmste Krisenphase nach Ansicht von Finanzminister Giannis Stournaras weitgehend überstanden. "Mehr als zwei Drittel der vorgegebenen Haushaltskorrekturen haben wir schon geschafft und zugleich all die Wettbewerbsnachteile durch hohe Lohnstückkosten wieder beseitigt", sagte er der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" mit Blick auf die Verabschiedung des jüngsten Reformpakets im Parlament.

"Wir sind aus dem Schlimmsten heraus." Die wichtigsten Haushaltsdaten im laufenden Jahr würden zudem besser ausfallen als von den internationalen Geldgebern vorgegeben.

Die soziale Lage in dem Land sei zwar schwierig, aber "in keiner Weise nahe an einer Explosion", sagte Stournaras. Von der bevorstehenden Tourismussaison erwarte er sich zudem weitere Erholungsimpulse für die schwächelnde Konjunktur.

Als Gewinner der Krise sieht Stournaras dem Bericht zufolge unter anderem Deutschland. Dem Blatt gegenüber äußerte er den Wunsch, dass Erträge aus der Krise geteilt würden.

Unterdessen wurde bekannt, dass sich die Bundesrepublik seit Jahresbeginn so günstig wie nie verschulden konnte. Die "Bild"-Zeitung berichtete vorab aus ihrer Samstagausgabe unter Berufung auf neue Zahlen der Deutschen Finanzagentur, die durchschnittliche Emissionsrendite des Bundes zwischen Januar und Ende April habe bei lediglich 0,4 Prozent gelegen. Im vergleichbaren Vorjahreszeitraum hatte die Durchschnittsrendite noch 0,75 Prozent betragen.

Seit 2010 stellen die internationalen Geldgeber aus EU, Internationalem Währungsfonds (IWF) und Europäischer Zentralbank (EZB) dem hoch verschuldeten Griechenland Kredite im Gesamtumfang von 240 Milliarden Euro zur Verfügung. Im Gegenzug verlangen die Kreditgeber massive Einsparungen.

Agentur
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AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
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Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Griechischer Finanzminister: „Wir sind aus dem Schlimmsten heraus“ "

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  • Ja leider sind Sie immer noch vernebelt! Wachen Sie endlich auf! Nicht die Griechen werden gefuettert sondern die Banken und die Oligarchen!

  • Ich frage mich nur warum da der THW und alle anderen Hilfsorganisationen nicht auflaufen! Sonst sind die immer direkt zur Stelle wenn z.B. in Bangladesh ein Sack Reis umfaellt!
    Die werden wohl alle millitaerisch ausgesperrt oder wie?
    Alle Griechen die noch laufen koennen waeren gut beraten sich zu bewaffnen und ihre "Besatzer" aus dem Land zu jagen!

  • Hoerens bzw. sehenswert!
    Die Logische Konsequenz waere normalerweise eine unmittelbare Revolution in ganz Europa, die mit der Giutinierung der Finanzoligarchen und deren Versaillen gipfeln sollte!
    Wo sind die ganzen "Menschen" die noch fuehlen und denken koennen?
    Anscheinend durch Massenverbloedung schon weggezuechtet!
    Die Finanzelite will den Krieg in Europa!
    Aber der soll nur das ueberfluessige Volk entsorgen!

    Die Achse des Boesen laeuft zuerst durch Washington und Bruessel!!!

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