Griechischer Finanzminister
"Wir zahlen unsere Schulden zurück"

Der griechische Finanzminister Giannis Stournaras wünscht sich einen Zehn-Jahres-Plan und "positive Nachrichten" und hat damit die Debatte über einen Schuldenschnitt für sein Land für beendet erklärt.
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BerlinDer griechische Finanzminister Yannis Stournaras hält Sorgen vor einem Schuldenschnitt auf Kosten der deutschen Steuerzahler für unbegründet. "Unsere Partner in Europa brauchen keine Sorgen zu haben. Wir zahlen unsere Schulden zurück", sagte Stournaras der "Bild"-Zeitung (Dienstagausgabe) laut Vorabbericht. Es werde in diesem Jahr keine schlechten Nachrichten aus Griechenland geben. "Die Diskussion über einen Grexit ist ein für allemal vorbei", erklärte Stournaras mit Blick auf frühere Spekulationen über einen Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone. Die EU müsse sich derzeit keine Sorgen um Griechenland machen. "Wir sind auf einem sehr guten Weg, unser Budget ist im Ziel."

Zugleich forderte der griechische Finanzminister die Partner der Euro-Zone auf, aus dem italienischen Wahlergebnis die "richtigen Lehren" zu ziehen. "Wir brauchen wieder positive Nachrichten aus Europa, neue Hoffnung und Perspektive", sagte Stournaras dem Blatt. Er wünsche sich einen Zehn-Jahres-Plan, wie es in Europa und Griechenland wieder aufwärts gehen solle.

Die Troika der Euro-Zone und des Internationalen Währungsfonds (IWF) prüft seit Ende Februar wieder, ob die Regierung in Athen ihre Spar- und Reformauflagen einhält, damit die nächsten Kredittranchen von sechs Milliarden Euro im zweiten Quartal ausgezahlt werden können. Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem sagte am Montag in Brüssel, Griechenland habe zuletzt bewiesen, dass es sich den Auflagen verpflichtet fühle.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte Ende vergangenen Jahres einen Schuldenschnitt für das hoch verschuldete Euro-Mitglied nicht ausgeschlossen. Voraussetzung sei allerdings, dass Griechenland eines Tages wieder mit seinen Einnahmen auskomme, ohne neue Schulden zu machen. Dies werde aber nicht vor 2014 oder 2015 der Fall sein, sagte die Kanzlerin damals.

Vor allem der Internationale Währungsfonds (IWF) drängte zuletzt auf einen weiteren Schuldenerlass, der auch öffentliche Geldgeber betreffen dürfte. Die Euro-Finanzminister schnürten im November dann aber ein neues Griechenland-Hilfspaket, das keinen zwangsweisen Schuldenschnitt, sondern nur eine freiwillige Rückkaufaktion für griechische Altschulden vorsah.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Griechischer Finanzminister: "Wir zahlen unsere Schulden zurück""

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  • WOVON will Stournaras denn irgendwelche Schulden zurück zahlen???
    Die Troika fordert Entlassungen von Beamten – vor allem die, die sich eine Stelle unter falschem Namen ergaunert haben (!!) sollen gehen. Die Regierung stellt sich vor die Beamten, sogar vor die mit den falschen Namen und die, die bestochen haben und überführt wurden. Es ist ihre (letzte!) Wählerklientel.

    Da das Geld ja von irgendwo kommen muss, wird Stournaras wieder die Steuern und Abgaben für alle anderen erhöhen. Die Beamten bleiben – wenn auch die Regierung teilweise seit Monaten keine Gehälter bezahlt.

    Steuern- und Abgabenerhöhungen wiederum bedeuten, dass noch weniger Geld in den Konsum fließen kann und noch mehr Pleiten die Folge sein werden. Noch mehr Pleiten sind noch weniger Steuern und so dreht sich das Bürgerkriegs-Vorbereitungs-Karussell munter weiter, bis der exklusive Euro-Club seine erste bewaffnete Auseinandersetzung feiern kann.
    Wählt bei der BT-Wahl die „Alternative für Deutschland“, denn diese neue Partei tritt dafür ein, dass ein Euroland austreten kann, wenn es anders nicht geht.

  • Achtung: Einer seiner Vorgänger wurde doch gerade zu 8 Jahren Knast verurteilt! Griechische Finanzminister leben gefährlich.

  • das ist der Witz des Jahres. Zurückzahlen auf griechisch?

    Selten so gelacht.

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