Grönland
Grönland: Adel, Eis und reichlich Öl

Der Inselstaat bereitet sich auf mehr Autonomie von Dänemark vor: Bald darf Grönland seine Bodenschätze in Eigenregie verwalten. Das könnte der Grundstein neuen Reichtums für die Insulaner sein. Unter dem ewigen Eis der Arktis vermuten Wissenschaftler zwischen zehn und 25 Prozent sämtlicher weltweiter Öl- und Gasreserven.

STOCKHOLM. Es ist schon komisch: Da gibt sich der nordeuropäische Adel ein Stelldichein auf Grönland, und gleichzeitig bereitet man auf der größten Insel der Welt die Unabhängigkeit vor. Als Dänemarks Kronprinz Frederik und die Thronfolger aus Schweden und Norwegen, Victoria und Haakon, vergangene Woche zu einer viertägigen Studienreise in das ewige Eis aufbrachen, waren die gut 56 000 Einwohner damit beschäftigt, die Feierlichkeiten zum Inkrafttreten eines neuen Autonomiestatus der Insel am 21. Juni vorzubereiten. Und am heutigen Dienstag wird auch noch gewählt: Das neue Inselparlament soll pünktlich zur vergrößerten Autonomie seine Geschäfte aufnehmen. Und da stört selbst der Thronfolger aus dem Mutterland Dänemark, von dem man sich nun lösen möchte, nur wenig.

"Wir sehen nicht aus wie Dänen, wir denken nicht so wie sie, wir sind ganz einfach keine Dänen", hatte Grönlands sozialdemokratische Außenministerin Aleqa Hammond vor einem guten halben Jahr gesagt. Kronprinz Frederik muss sich damit abfinden, dass er hier allenfalls als PR-Botschafter für den Klimaschutz durchgehen kann. Im Herbst hatten rund Dreiviertel der Grönländer für eine größere Autonomie von Dänemark gestimmt. Vor knapp zwei Wochen gab auch das dänische Parlament grünes Licht, dass Grönland vom 21. Juni an, dem dänischen Nationalfeiertag, seine Bodenschätze selbst verwalten darf.

Fast dreihundert Jahre hatten die Grönländer um ihre weitere Loslösung von Dänemark gekämpft. Erst im vergangenen Jahr kam der Durchbruch: Dänemark erklärte sich bereit, der Rieseninsel künftig Entscheidungshoheit bei Fragen der Justiz, der Schifffahrt und der Rohstoffverwaltung zu überlassen.

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