Großbank verstaatlicht
Spanien plant neue Bankenreform

Spanien will das Vertrauen der Finanzwelt in seine Geldhäuser zurückgewinnen. Dazu plant Madrid eine Reform des Bankensektors. Die Regierung hofft, mit der Teilverstaatlichung der Großbank Bankia eines der größten Probleme gelöst zu haben.
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MadridDie spanischen Banken sollen die faulen Kredite und Risikopapiere aus ihren Bilanzen entfernen. Dies ist das Ziel einer Bankenreform, die die Madrider Regierung am heutigen Freitag auf ihrer Kabinettssitzung verabschieden will. Das Vorhaben soll dazu beitragen, das Vertrauen der Anleger in das spanische Bankensystem wiederherstellen.

Ministerpräsident Mariano Rajoy äußerte die Hoffnung, dass mit der Reform die Probleme des spanischen Finanzsektors zu einem größten Teil gelöst würden. Nähere Einzelheiten zu dem Vorhaben gab er nicht bekannt. Nach Medienberichten wurde erwartet, dass die Banken dazu angehalten werden sollen, sich größere Reserven zur Absicherung unsicherer Kredite zurückzulegen.

Madrid hatte in der Nacht zum Donnerstag eine Teilverstaatlichung des viertgrößten spanischen Geldhauses Bankia angekündigt. Der Staat übernimmt 45 Prozent des Kapitals. Wie das Madrider Wirtschaftsministerium mitteilte, wird die Bank damit staatlicher Kontrolle unterstellt.

Bankia steht unter den spanischen Großbanken nach dem Börsenkapital an vierter Stelle hinter Banco Santander, BBVA und CaixaBank. Das Geldinstitut gilt wegen seiner zahlreichen faulen Immobilienkredite als der größte Problemfall im spanischen Finanzsektor. Es war aus dem Zusammenschluss von Caja Madrid mit sechs anderen Sparkassen hervorgegangen. Bankia hat nach eigenen Angaben zwölf Millionen Kunden.

Madrid bekam für die Teilverstaatlichung Rückendeckung aus Brüssel. Dies sei ein „Schritt in die richtige Richtung“, hieß es aus Kreisen von EU-Diplomaten in Brüssel. „Das erlaubt die Stabilisierung der Bank selbst und des gesamten Bankensektors.“ EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia - selbst Spanier - müsse die konkreten Pläne dann noch prüfen, hieß es.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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