Großbritannien
Antisemitismus in muslimischen Schulbüchern

Wie man Dieben Hände und Füße amputiert und dass sich Juden in Schweine oder Affen verwandeln - solch bizarrer Lehrstoff wird nach Recherchen der BBC muslimischen Kindern beigebracht, die an Wochenenden in saudi-arabischen Einrichtungen in Großbritannien unterrichtet werden. Die britische Regierung reagierte empört.
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HB LONDON. Bildungsminister Michael Gove sagte, Antisemitismus sei bei der Ausbildung junger Menschen "absolut unangemessen". Gove will Unterricht dieser Art in Großbritannien künftig unterbinden. "Saudi-Arabien ist ein souveränes Land. Ich will mich nicht in dessen Bildungssystem einmischen. Aber eins ist klar: In englischen Schulen kann antisemitisches Gedankengut nicht gelehrt werden." Die saudi-arabische Regierung erklärte laut BBC, sie habe keine offizielle Verbindung zu diesen Einrichtungen und befürworte sie nicht.

Allerdings gehört der Regierung dem Sender zufolge ein Gebäude in West-London, in dem eines der Lehrbücher gefunden wurde. Bisher werden Wochenend-Schulen von der Regierung nicht überprüft. Das soll sich nun ändern, kündigte Gove an. Betroffen sind nach Angaben des britischen Senders rund 5000 Schüler im Alter von 6 bis 18 Jahren. Mehr als 40 Einrichtungen unterrichten muslimische Kinder in saudi-arabischer Kultur.

So wird beispielsweise nach den BBC-Recherchen von Schülern verlangt, "verwerfliche" Charaktereigenschaften von Juden aufzulisten. In einem Lehrbuch für Sechsjährige heiße es, dass Menschen, die nicht an den Islam glauben, nach dem Tod in der Hölle landen. Fünfzehnjährige lernten das Gesetz der Scharia. Dazu gehöre unter anderem eine durch Grafiken unterstützte Anleitung, wie man Dieben Hände und Füße amputiert.

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