Großbritannien
Blair als Nahost-Feuerwehrmann im Gespräch

Für Tony Blair wird es wohl erst einmal nichts mit Cricket und Five-O'Clock-Tea: Nach Informationen amerikanischer Medien drängen die USA den scheidenden britischen Premier, als Chefdiplomat des so genannten Nahost-Quartetts zwischen Israel, den Palästinensern und den Nachbarstaaten zu vermitteln.

HB WASHINGTON/LONDON. Wie die „Washington Post“ am Donnerstag unter Berufung auf US-Regierungsbeamte meldete, schuf die Regierung von Präsident George W. Bush nach monatelangen Verhandlungen die Grundlagen für die Besetzung des Postens durch Blair. Er solle dabei mit den palästinensischen Behörden beim Aufbau von Institutionen für einen eigenen, lebensfähigen Staat zusammenarbeiten, schrieb die „New York Times“. Blair scheidet am 27. Juni aus dem Amt.

Bush habe bereits mit Blair über die Idee gesprochen und sie am Dienstag auch mit dem israelischen Regierungschef Ehud Olmert in Washington diskutiert, berichtet die „New York Times“ weiter. Israel stehe dem Vorschlag sehr positiv gegenüber, hieß es.

Die US-Regierung hatte am Mittwoch deutlich gemacht, dass sie den Posten des Sondergesandten neu füllen wollen, sich aber nicht zu Spekulationen über eine Besetzung durch Blair geäußert. Ein ähnliches Amt hatte bis Ende April 2006 der frühere Präsident der Weltbank, James Wolfensohn, inne. Dem Nahost-Quartett gehören neben den USA auch Russland, die Vereinten Nationen und die EU an.

Nach Informationen der israelischen Zeitung „Haaretz“ wollen sich Palästinenserpräsident Mahmud Abbas und der israelische Ministerpräsident Ehud Olmert in der kommenden Woche im ägyptischen Badeort Scharm el Scheich treffen. Gastgeber sei der ägyptische Präsident Husni Mubarak, schrieb die Zeitung in ihrer Internetausgabe am frühen Donnerstagmorgen. Auch der jordanische König Abdullah werde an der Begegnung teilnehmen. Ein genaues Datum wurde zunächst nicht genannt.

Mit dem Gipfel auf der Sinai-Halbinsel solle die Position von Abbas nach der Übernahme des Gazastreifens durch die Hamas gestärkt werden. Olmert sei bei seinem Treffen mit US-Präsident George W. Bush am Dienstag in Washington überein gekommen, dass eine Unterstützung von Abbas nötig sei, schrieb das Blatt unter Berufung auf hochrangige politische Quelle in Jerusalem.

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