Großbritannien
Blair tritt binnen 12 Monaten zurück

Tony Blair hat das Kunststück fertiggebracht, die Katze aus dem Sack zu lassen - wenn auch nur ein bisschen: Der Labour-Politiker kündigte an, innerhalb der kommenden zwölf Monate als Premier Großbritanniens zurückzutreten. Ein genaues Datum wollte er nicht nennen - aber genau das hatte die Öffentlichkeit von ihm erwartet.

HB LONDON. Blair sagte am Donnerstag in London beim Besuch einer Schule, der nächste Parteitag seiner Labour-Party in wenigen Wochen werde sein letzter sein. Entsprechend müsste er spätestens bis zur Parteikonferenz zwölf Monate danach den Rücktritt vollzogen haben. Blair sagte weiter, er wolle das genaue Datum seiner Demission aber nicht nicht bekanntgeben, sondern dies erst später tun. Der Zeitplan sei seine Sache.

Die Aussage war Blairs präziseste zu seinen Zukunftsplänen als Regierungschef bisher, dürfte aber parteiinterne Gegner bei Labour nicht besänftigen, die Blair aufgefordert hatten, unverzüglich mit der Übergabe der Macht an seinen designierten Nachfolger Gordon Brown zu beginnen.

Der Druck auf Blair war in den vergangenen Wochen stetig gewachsen. Zuletzt traten aus Protest gegen seine bisherige Weigerung, einen Termin für den angekündigten Amtsverzicht zu nennen, am Mittwoch acht Juniormitglieder der Regierung zurück. 15 Labour-Abgeordnete schickten zudem einen Brief an den Premierminister, in dem sie ihn eindringlich baten, zum Wohle der Partei den Führungswechsel einzuleiten.

Schatzkanzler Brown sicherte Blair Unterstützung für dessen Zeitplan zur Amtsübergabe zu. Entscheidend müsse das Wohl des Landes sein. Nach Informationen britischer Medien will Blair Anfang Mai 2007 zurücktreten.

Der 1953 im schottischen Edinburgh geborene Blair ist seit 1997 Regierungschef in Großbritannien und hatte die jahrelange Herrschaft der Konservativen im Vereinigten Königreich beendet. Bereits im Oktober 2004 hatte Blair angekündigt, dass er sich nicht um eine vierte Amtszeit bewerben und rechtzeitig vor der nächsten Parlamentswahl zurücktreten werde, um seinem Nachfolger Gelegenheit zur Einarbeitung zu geben. In Großbritannien muss spätestens im Frühjahr 2010 gewählt werden, als wahrscheinlicher gilt jedoch das Jahr 2009.

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