Großbritannien
Britische Steuerpolitik vertreibt Unternehmen

Ein drohender Exodus von Unternehmen hat die britische Regierung aufgeschreckt. Einige, darunter der Pharmakonzern Shire Pharmaceutical und die Mediengruppe UBM haben sich bereits aus Steuergründen nach Irland abgesetzt. Andere drohen mit dem Wegzug. Premier Gordon Brown hat akzepiert, dass bald etwas passieren muss.

LONDON. Ein drohender Exodus von Unternehmen hat die britische Regierung aufgeschreckt. Einige, darunter der Pharmakonzern Shire Pharmaceutical und die Mediengruppe UBM haben sich bereits aus Steuergründen nach Irland abgesetzt. Andere drohen mit dem Wegzug.

Schatzkanzler Alistair Darling reagierte, indem er einen hochkarätig besetzten runden Tisch über das britische Körperschaftsteuersystem und insbesondere die Besteuerung im Ausland anfallender Gewinne vorschlug. Sie ist ein Hauptgrund der Steuerflucht.

In Irland werden Auslandsgewinne nicht besteuert. Shire machte deshalb den Anfang und gründete eine Holding mit Sitz in Irland. Diese Woche folgte die Mediengruppe United Business Media und begründete den Schritt mit Irlands "weniger kompliziertem Steuersystem". Das Unternehmen wird fortan ab und zu eine Vorstandssitzung in Dublin halten. Personal muss nicht verlegt werden.

"Britische Firmen sind ernsthaft besorgt über das hohe Steuerniveau und die wachsende Komplexität. Immer mehr stimmen mit den Füßen ab", sagte Richard Lambert, Chef des britischen Unternehmerverbandes. Er fordert eine "radikale Überholung" der gesamten Unternehmensbesteuerung. Kernziele sind "Klarheit der strategischen Richtung" und eine Steuerpolitik "ohne Überraschungen".

Inzwischen hat die Werbegruppe WPP, die im Jahr 200 Millionen Pfund Steuern in Großbritannien bezahlt, eine Überprüfung ihrer Position angekündigt. Sie will im Sommer je nach Verlauf des Steuerforums entscheiden. Der Pharmariese Astra Zeneca schließt einen Wegzug ausdrücklich nicht aus. Firmen wie International Power, Aegis Group und die Mediengruppe ITV wollen die Verlegung ihres Steuersitzes prüfen.

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