_

Großbritannien: Brown kämpft auch im Liegen weiter

Er hat binnen weniger Stunden fünf Minister verloren, die Kommunalwahlen endeten in einer Niederlage - aber Gordon Brown denkt nicht an Aufgabe. Der britische Premier will kämpfen und ist überzeugt, immer noch der richtige Mann zu sein, auch wenn er eigentlich schon am Boden liegt.

Der britische Premier gibt sich kämpferisch- Quelle: Reuters
Der britische Premier gibt sich kämpferisch- Quelle: Reuters

HB LONDON. Großbritanniens Premierminister Gordon Brown hat einen Rücktritt ausgeschlossen. Er übernehme zwar Verantwortung für die Krise seiner Regierung, aber er werde sich vor seiner Pflicht für das Land nicht drücken. „Wenn ich nicht wüsste, der richtige Mann zu sein, würde ich nicht hier stehen“, sagte Brown am Freitag in London, nachdem zuvor mehrere Minister aus seinem Kabinett zurückgetreten waren und die regierende Labour-Partei massiv bei den Kommunalwahlen verloren hat. „Ja, es war eine harte Nacht. Aber wir kämpfen für das, woran wir glauben“, fuhr er fort. „Ich werde nicht zögern. Ich werde nicht aufgeben. Ich werde meinen Job weitermachen.“ Die konservative Opposition sowie Mitglieder der eigenen Partei hatten zuvor den Rücktritt Browns gefordert. Eine beispiellose Rücktrittswelle von fünf Ministern in vier Tagen hat Großbritanniens Premierminister Gordon Brown an den Rand des politischen Abgrunds gedrängt. Binnen weniger Stunden legten der Verteidigungsminister, der Arbeitsminister und der Verkehrsminister ihre Ämter nieder und trieben Brown am Freitag zu einer vorgezogenen Kabinettsumbildung. Zuvor waren schon die Innenministerin und die Regionen-Ministerin zurückgetreten. Zudem warfen am Freitag die Europa-Staatsekretärin und der Arbeits-Staatssekretär das Handtuch.

Anzeige

Brown schloss einen Rücktritt oder eine vorgezogene Wahl aber kategorisch aus. Die konservative Opposition verurteilte das „Chaos“ und forderte eine schnelle Parlamentswahl. Derweil ging Browns Labour-Partei aus den Kommunalwahlen als Verlierer hervor.

Brown stellte klar, dass er in schwierigen Zeiten nicht davonlaufen, sondern seine Pflicht erfüllen werde. „Ich werde nicht aufgeben. Ich werde mit dem Job weitermachen. Wenn ich nicht wüsste, der richtige Mann zu sein, der das richtige Team führt, würde ich nicht hier stehen.“ Brown versprach, das politische System in Großbritannien zu reformieren und das Land durch die Rezession zu führen.

  • Video

Politik Bundestag stärkt Organspende

Krankenversichterte ab 16 Jahren werden in Zukunft häufiger gefragt, ob sie Organspender werden wollen. Dieses Gesetz hat der Bundestag mit großer Mehrheit verabschiedet - und noch einige weitere Entscheidungen gefällt.

  • Die aktuellen Top-Themen
Kontrolle weiter abgelehnt: Iran plant Bau eines neuen Atomkraftwerks

Iran plant Bau eines neuen Atomkraftwerks

Der Iran bleibt beim Atomprogramm stur: Kontrolleuren wird nach wie vor der Zugang zu den Anlagen verweigert - gleichzeitig kündigte die Regierung nun den Bau eines neuen Kernkraftwerks an. Streit ist vorprogrammiert.

Umfragewerte: Union sinkt in der Wählergunst auf 32 Prozent

Union sinkt in der Wählergunst auf 32 Prozent

Ganze drei Prozent verliert die Union in einer aktuellen Umfrage. Mit nur 32 Prozent Zustimmung muss Merkels Partei sogar aufpassen, nicht von der SPD eingeholt zu werden. Doch aus der Partei kommen optimistische Töne.

Wird Strom teurer?: Koalition sorgt sich um Kosten der Energiewende

Koalition sorgt sich um Kosten der Energiewende

Der neue Bundesumweltminister Peter Altmaier will mehr Tempo bei der Energiewende. Es ist eine Herkulesaufgabe. Nun drohen auch noch die Kosten auszuufern. Ein Zurück zur Atomkraft soll es aber nicht geben.

Global Reporting Krieg gegen Krankenhäuser

An einem Sonntagmorgen im Sommer 2011 wollte der 21-jährige Syrer Khaled al-Hamedh Medikamente für seinen kleinen Bruder besorgen. Khaled machte sich auf den Weg zu einem Krankenhaus in seiner Heimatstadt Hama. Die Apotheken in Hama waren... Von Jan Dirk Herbermann. Mehr…

Handelsblog Feuert die Dicke Bertha in die falsche Richtung?

Ein Kernproblem im Euro-Raum ist, dass es in den Krisenstaaten einen gefährlichen Link gibt zwischen dem Bankensystem und den Staatsfinanzen dieser Länder. Geldinstitute in Griechenland, Spanien, Irland und anderen Ländern stehen mit dem... Von Olaf Storbeck. Mehr…

  • Konjunkturtermine
Konjunkturtermine: Wochenvorschau

Wochenvorschau

Die wichtigsten Ereignisse und Indikatoren in Europa und International