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Großbritannien: Cameron kämpft gegen die Scheidung von Schottland

Schottland will die Abspaltung: Nach rund 300 Jahren als Teil von Großbritannien sieht die schottische Nationalpartei die Chance einer Abspaltung. Doch der britische Premier Cameron kämpft vehement dagegen an.

Großbritanniens Premierminister David Cameron bei seiner Rede in Edinburgh. Quelle: Reuters
Großbritanniens Premierminister David Cameron bei seiner Rede in Edinburgh. Quelle: Reuters

London/EdinburghDer britische Premierminister David Cameron hat an die Schotten appelliert, nicht per Unabhängigkeitsreferendum aus dem Vereinigten Königreich auszutreten. In einer Rede in Edinburgh sagte er am Donnerstag, Großbritannien sei eine „warme und stabile Heimat, um die uns Milliarden anderswo beneiden“.

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Cameron wandte sich mit einem glühenden Appell für die Einheit Großbritanniens an die Schotten. „Ich hoffe und wünsche, dass die Menschen in Schottland sich für den Verbleib im Vereinigten Königreich aussprechen“, sagte Cameron. Er werde für das „Überleben Großbritanniens“ kämpfen. Schottland sei als Teil Großbritanniens „stärker, reicher, fairer und besser geschützt“, sagte er. Wie Schottland profitierten auch die anderen Landesteile England, Nordirland und Wales von der Kraft des Vereinigten Königreichs, sagte der Premier. Schottland wurde mit dem „Act of Union“ aus dem Jahr 1707 Teil von Großbritannien.

Vor dem ersten Treffen mit Schottlands Erstem Minister (Ministerpräsident) Alex Salmond zu den Grundregeln eines für September 2014 geplanten Unabhängigkeitsreferendums sagte er weiter: „Ich glaube an das Vereinigte Königreich. Bin ich ein Unionist? Mit Leib, Seele und Verstand.“ Natürlich könnte Schottland sich auch selbst regieren, ebenso England. „Aber zusammen machen wir es so viel besser.“

Großbritannien

Salmond sagte nach dem Treffen, die Gespräche seien „in wesentlichen Teilen“ vorangekommen. Offen sei nur noch, wie viele Fragen auf dem Stimmzettel stehen sollen. Salmond strebt das Referendum für September 2014 in der Hoffnung an, bis zur nächsten Parlamentswahl in Schottland 2016 die Loslösung von London abschließen zu können.

Cameron erklärte dagegen: „Bei der Frage der Unabhängigkeit, der Abtrennung Schottlands, dem Austritt aus dem Vereinigten Königreich hat es, fürchte ich, nicht viel Fortschritt gegeben.“ Schottland könnte mehr Rechte erreichen, wenn es die Unabhängigkeit ablehne, fügte er hinzu. Cameron stellte den scheidungswilligen Schotten größere Selbstbestimmungsrechte in Aussicht gestellt. Sollten die Menschen in der nordbritischen Region auf eine Unabhängigkeit von Großbritannien verzichten, könnten der Regionalregierung weitere Befugnisse übertragen werden.

Auf dem Stimmzettel sollte nur eine einfache, mit ja oder nein zu beantwortende Frage stehen, sagte Cameron weiter. Salmond möchte dagegen noch über eine weitere Option, die einer Autonomie knapp unterhalb der Unabhängigkeit, abstimmen lassen. Cameron dringt zudem auf einen früheren Termin, weil in aktuellen Umfragen sich nur ein Drittel der befragten Schotten für die Unabhängigkeit ausgesprochen haben.

In seiner Edinburgher Rede sagte Cameron, ein Austritt Schottlands aus dem Vereinigten Königreich könnte den Status Großbritanniens in Europa und NATO beschädigen und auch den ständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat gefährden.

Die Befürworter der Unabhängigkeit glauben, dass Schottland ohne den Rest Großbritanniens bessergestellt wäre. Vor allem die Steuermilliarden aus dem Nordseeöl - die britischen Vorkommen lagern fast ausschließlich vor der schottischen Küste - müssten dann nicht mehr nach London abgeführt werden. Cameron entgegnete, Schottland profitiere etwa davon, dass es über Großbritannien eine Stimme im Weltsicherheitsrat habe und von einer der stärksten Armeen der Welt geschützt werde.

  • 08.04.2012, 16:55 UhrAnonymer Benutzer: Harro

    Es ist seit zwei Jahrzehnten eine merkwürdige Entwicklung, die sich in Europa abspielt: Immer mehr Zwergstaaten (ehem. Jugoslawien, Makedonien, das Baskenland etc.) Streben nach Selbständigkeit. Merkt da keiner, dass die Zeichen auf Integration -und nicht auf Desintegration- stehen?? Das sollte gerade auch für GB gelten!

  • 16.02.2012, 11:23 Uhrwiebitte

    David Cameron untertreibt ein wenig, ein Großbritannien bestehend aus England mit ca 50 Mill. Einwohnern, Wales mit ca. 3 Mill. Einwohner und Nordirland mit ca. 1,8 Mill. Einwohnern ist faktisch dann nur noch ein Großengland.
    Schon jetzt ist es nicht mehr zeitgemäß und gerechtfertigt das UK eine Vetostimme in der UNO hat. Das steht diesem Wirtschaftszwerg und "Politpudel" der USA einfach nicht mehr zu; - ob Schottland nun selbständig wird oder nicht ist dabei absolut nebensächlich !

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