Großbritannien
Chronik: Der Friedensprozess in Nordirland

Die Vertreter von Nordirlands pro-irischen Katholiken und unionistischen Protestanten haben am Dienstag ihre gemeinsame Regierung in der Hoffnung auf eine Rückkehr zu „Frieden und Wohlstand“ erneuert. Im Folgenden einige der wichtigsten Ereignisse seit dem Karfreitagsabkommen von 1998, das die Grundlage für den Friedensprozess bildete.

Juni 1998: Wahl einer gemeinsamen Versammlung von Protestanten und Katholiken. Der Chef der pro-britischen Ulster Unionist Party (UUP), David Trimble, wird zum Ersten Minister gewählt.

August 1998: Bei der Explosion einer Autobombe in Omagh werden 29 Menschen getötet. Es ist der folgenschwerste Anschlag in dem Konflikt. Die Splittergruppe „Real IRA“ bekennt sich zu der Tat.

Dezember 1999: Nordirland erhält eine eigene Regierung. Nach 27 Jahren direkter Verwaltung aus London gehören Protestanten und Katholiken gemeinsam einer Regierung an.

Februar 2000: Großbritannien löst die Versammlung auf. Die Protestanten sind empört über die Weigerung der IRA, ihre Waffen abzugeben.

Mai 2000: Die IRA erklärt, ihre Waffen in Depots abgegeben zu haben, und erklärt sich bereit, diese für Inspektoren zu öffnen. Großbritannien setzt die Regionalversammlung in Belfast wieder ein.

Juni 2001: - Bei der britischen Parlamentswahl überholt der politische Arm der IRA, Sinn Fein, die bis dahin stärkste pro-irische Partei, die gemäßigte Social Democratic and Labour Party.

Juli 2001: David Trimble tritt wegen der Haltung der IRA in der Entwaffnungsfrage zurück.

Oktober 2001: Die IRA erklärt, sie habe einige Waffen unbrauchbar gemacht.

Oktober 2002: Razzia der Polizei in den Sinn-Fein-Büros im Parlamentsgebäude Stormont. Der Vorwurf lautet, es gebe einen IRA-Spionagering. Großbritannien löst die Versammlung auf, und regiert die Provinz wieder direkt von London aus.

November 2003: Bei Wahlen löst die Democratic Unionist Party (DUP) von Ian Paisley die gemäßigte Ulster Unionist Party von Trimble als größte pro-britische Partei ab. Die DUP lehnt das Karfreitagsabkommen ab.

Juni 2004: Der britische Premierminister Tony Blair und Irlands Regierungschef Bertie Ahern setzen der DUP und Sinn Fein eine Frist bis September, um sich zu einigen. Die Gespräche scheitern jedoch.

April 2005: Nach einer Serie von Verbrechen, mit der die IRA in Verbindung gebracht wird, appelliert Sinn Fein an die Untergrundorganisation, den bewaffneten Kampf zu beenden.

Juli 2005: Die IRA erklärt, sie habe ihre Kämpfer aufgefordert, alle Waffen niederzulegen und ihre Ziele ausschließlich mit friedlichen Mitteln zu verfolgen.

Oktober 2006: Die unabhängige Entwaffnungskommission erklärt, nach ihrer Ansicht habe die IRA dem Terrorismus abgeschworen. Blair und Ahern erarbeiten mit den nordirischen Parteien einen Plan, nach dem die Provinz sich bis zum 26. März wieder selbst verwaltet.

Januar 2007: Die Mitgliedschaft von Sinn Fein spricht sich mit überwältigender Mehrheit für eine Anerkennung des protestantisch dominierten Justizsystems in Nordirland aus. Damit ist eine Schlüsselbedingung zur Wiederbelebung der Regionalversammlung erfüllt.

März 2007: Bei der Wahl zum Provinzparlament gewinnen die großen Parteien der Protestanten und Katholiken. DUP-Chef Ian Paisley und Sinn Feins Führer Gerry Adams kommen erstmals persönlich zusammen und einigen sich auf eine gemeinsame Regierung ab dem 8. Mai.

8. Mai 2007: Die gemeinsame Regierung wird in Belfast vereidigt. Ihr Ministerpräsident ist der radikale Vertreter der Protestanten, Ian Paisley, sein Stellvertreter der Katholik und Politiker von Sinn Fein, Martin McGuinness.

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