Großbritannien
Die hausgemachte Krise im Königreich

Die Briten schieben die Schuld für die eigene Wirtschaftsmisere gern auf die Krise in der Euro-Zone. Doch damit macht es sich Premier David Cameron zu leicht.

LondonManchmal liefern die Zeitläufte dem Journalisten Geschichten, die so sinnfällig sind, dass man beinahe an die ordnende Hand des Weltgeistes glauben könnte. Da ist zum Beispiel die Story der britischen Reggae-Band UB40, die sich am finsteren Ende der 70er-Jahre nach einem Formular benannte, mit dem die Briten damals Arbeitslosengeld beantragten.

Aber nicht nur der Bandname steht für den Arbeiterklassenethos der Gruppe aus Birmingham. Ihre ersten Instrumente kauften die Musiker von dem Schmerzensgeld, das Sänger Ali Campell nach einer Pub-Schlägerei kassierte. Außerdem hieß einer der Hits der Band aus dem Jahr 1981: „One in Ten“, ein düsterer Song über die grassierende Arbeitslosigkeit in der frühen Thatcher-Ära.

Mitte Oktober erklärte ein britischer Richter nun vier Mitglieder von UB40 für bankrott, und das nur wenige Tage, nachdem die Arbeitslosenquote im Vereinigten Königreich auf über acht Prozent gestiegen war, so hoch wie seit 17 Jahren nicht mehr. Pessimisten befürchten bereits, dass die Zehn-Prozent-Marke, der UB40 in ihrem Song ein düsteres Denkmal setzten, schon bald wieder Realität werden könnte.

Anfang der 80er-Jahre ließen die harten Einschnitte von Maggie Thatcher die Gewinne der Unternehmen um 35 Prozent einbrechen, und die Arbeitslosigkeit schnellte innerhalb von fünf Jahren von rund fünf auf knapp zwölf Prozent in die Höhe.

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Britische Wirtschaft kommt fast zum Stillstand

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