Die Reaktionen waren zurückhaltend - vornehm ausgedrückt. Wer es gut mit Cameron meinte, sprach von einer Verzweiflungstat. Er wolle nicht als der Premierminister in die Geschichte eingehen, unter dessen Führung das Vereinigte Königreich auseinanderbricht. Andere nannten sein Vorpreschen einen schweren Fehler. Cameron wolle nicht länger zusehen, wie der schottische SNP-Ministerpräsident Alex Salmond von Edinburgh alleine die Fäden zieht und musste handeln, meinte BBC-Politikchef Nick Robinson.
„Nördlich der Grenze“, wie es in einigen Zeitungen schon heißt, wird Camerons Schritt als Affront empfunden. Nicola Sturgeon, stellvertretende Ministerpräsidentin Schottlands, nannte Camerons Ankündigung einen „unverhohlenen Versuch, sich in Angelegenheiten einzumischen, die den schottischen Bürgern vorbehalten sind.“
Die Taktiker in Edinburgh möchten lieber noch ein wenig warten mit der Volksbefragung. 2014, wenn die Schotten den 700. Jahrestag der Unabhängigkeitsschlacht von Bannockburn feiern, erhofft sich die SNP den entscheidenden Impuls, der ihr zum Sieg über die Engländer reichen könnte - diesmal nicht auf dem Schlachtfeld, sondern an den Wahlurnen. Am Dienstag gab Salmond offiziell als Termin „Herbst 2014“ bekannt.
Die Westminster-Parteien haben Schottlands Identitätsfrage lange Zeit vernachlässigt - obwohl Edinburgh zu großen Teilen von Quersubventionierungen profitiert. So können sich die Schotten beispielsweise im Gesundheitssystem oder in der Bildung Geschenke an die Bürger leisten, die im Rest Großbritanniens undenkbar wären. Freie Arzneimittel etwa, oder kostenlose Zahnarztbesuche.
Ja, die Unabhängigkeit Bayerns und Berlins unterstütze ich voll und ganz. Dann können wir endlich wieder eine Mauer in Deutschland bauen und den Länderfinanzausgleich auf ein vernünftiges Maß zurück stutzen. Ich freue mich schon auf den Tag, an dem Deutschland endlich ohne die Kläffer in Bayern und die Schnorrer in Berlin auskommt.
@Schnippschnappschnudi
Na, jetzt wissen wir ja sehr genau wer die Schotten sind.
Besten Dank (Immer mehr Wissen!)
@Bjorn
Die Welt ist soviel komplexer als all diese Vereinfachungen: z.B. der "König" Coel Hen (später anglifiziert zu Old King Cole) was the son of a Roman nobleman from Spain... Falls Ihnen linguistische und anthropologische Untersuchungen verstädlicherweise zu kompliziert sind: das beste populärwissenschaftliche Werk zum Thema ist "The Isles" von Norman Davies.
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