Großbritannien
Ex-Schatzkanzler: Brown unterschätzte Finanzkrise

Von schweren Fehlern des früheren Premier und Meinungsverschiedenheiten auf höchster Ebene hat Alistair Darling in einem Interview berichtet. Gordon Brown soll das Ausmaß der Finanzkrise falsch eingeschätzt haben.
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LondonNeue Kritik am früheren britischen Premierminister Gordon Brown: Sein ehemaliger Schatzkanzler Alistair Darling hat ihm schwere Fehler in der Finanzkrise vorgeworfen. Die Labour-Regierung unter Brown, die im Frühjahr 2010 abgewählt worden war, sei wegen Meinungsunterschieden auf höchster Ebene nicht durch die Krise gekommen, sagte Darling am Sonntag in einem Interview mit dem Sender BBC. „Vielleicht“ wäre es damals besser gewesen, wenn hohe Labour-Vertreter etwas gegen Browns Führung unternommen hätten, gab er an.

Seine Meinung und die des damaligen Premiers seien erstmals 2008 auseinandergegangen, als es um das Ausmaß der Krise ging. Brown sei überzeugt gewesen, die Wirtschaft werde sich innerhalb eines halben Jahres erholen. Er selber habe das sehr viel pessimistischer gesehen. Darling hatte bereits früher gesagt, Brown habe auf dem Höhepunkt der Finanzkrise die „Truppen der Hölle“ auf ihn angesetzt.

In einem Ausschnitt seiner Memoiren, die Darling derzeit als Serie in der „Sunday Times“ veröffentlicht, bevor sie als Buch herauskommen, wird die Zeit unter Brown als „ziemlich brutales Regime“ beschrieben. Browns Verhalten sei zeitweise „schockierend“ gewesen.

Darling war 2007 Schatzkanzler geworden, nachdem Brown aus dieser Positon zum Premierminister und Nachfolger von Tony Blair aufgestiegen war. Auch Blair hatte in seinen Memoiren unerwartet schwere Kritik an Brown geübt und gesagt, sein Nachfolger habe „null emotionale Intelligenz“. Er sei „unerträglich“ gewesen, die Zusammenarbeit mit ihm eine regelrechte Qual.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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