Großbritannien
In Bristol herrscht Terroralarm

In der südwestenglischen Stadt Bristol ist ein 19 Jahre alter Mann unter Terrorverdacht festgenommen worden. Dabei kam es zu einer Explosion. Der entscheidende Tipp kam vom Geheimdienst.

HB LONDON. Terroralarm in Bristol: In der südwestenglischen Stadt ist in der Nacht zu Freitag ein Sprengsatz unschädlich gemacht worden. Die Polizei nahm einen 19 Jahre alten Mann unter Terrorverdacht fest. Wie die Behörde der Region Avon und Somerset am Freitag weiter mitteilte, sei der Sprengsatz nach einer Durchsuchung in dem Haus des Verdächtigen kontrolliert zur Explosion gebracht worden.

30 Menschen mussten demnach aus umliegenden Häusern in dem Vorort Westbury on Trym in Sicherheit gebracht werden. Augenzeugen berichteten von einem „Riesenknall“. An der Aktion war auch das Anti-Terror-Kommando der Londoner Polizei Scotland Yard beteiligt.

Der Verdächtige, der nach ersten Angaben aus der Gegend stammen soll, war der Polizei am Donnerstagnachmittag in dem Vorort ins Netz gegangen und wurde am Freitag weiter befragt. Vize-Polizeichefin Jackie Roberts betonte, es handle sich um „anhaltende, komplexe und heikle Ermittlungen“. Der Mann sei festgenommen worden, um „Schaden zu vermeiden“.

Die Polizei habe zuvor Informationen des Geheimdienstes erhalten. Roberts erklärte, die Anwohner könnten zunächst nicht in ihre Wohnungen zurückkehren. Die Materialen aus dem Sprengsatz, der um zwei Uhr morgens zur Explosion gebracht wurde, würden nun untersucht.

„Ich dachte, ein Bungalow sei in die Luft geflogen“, erzählte eine Anwohnerin. Zahlreiche Polizisten seien mit Kleintransportern in der Straße gewesen. Eine andere Nachbarin sagte: „Ich habe einen fürchterlichen Knall mitten in der Nacht gehört.“ Sharon Goodman, die wenige Meter von dem Ort des Geschehens entfernt wohnt, sagte, in der sonst ruhigen Gegend lebten viele ältere Menschen. „Es wohnen hier auch einige Muslime, aber es ist eine überwiegend weiße Gegend. Ich habe noch nie von Terroraktivitäten gehört.“ Labour-Stadträtin Jenny Smith sagte, sie hoffe, der Vorfall werfe „kein schlechtes Licht“ auf die Stadt. Die Anwohner hätten die Nacht im Hotel verbracht.

In Großbritannien gilt seit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 erhöhte Alarmbereitschaft. Am 7. Juli 2005 kamen bei Selbstmordattentaten auf die Londoner U-Bahn mehr als 50 Menschen um, Hunderte wurden verletzt. Vergangenes Jahr im Juni vereitelte die Polizei Anschläge in der Londoner Innenstadt. Zudem scheiterte ein Anschlag im schottischen Glasgow, als Attentäter versuchten, mit einem brennenden Auto in das Flughafengebäude zu fahren.

Derzeit stehen in London auch acht Terrorverdächtige vor Gericht, die im Sommer 2006 Anschläge auf Flugzeuge auf dem Weg von London- Heathrow in die USA und nach Kanada geplant haben sollen. Der Prozess findet unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen statt. Bristol liegt rund 170 Kilometer westlich von London und ist eine Hafenstadt mit rund 400 000 Einwohnern.

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