Großbritannien
Massive Kritik an „Moslem-Sonderkontrolle“

Die britischen Sicherheitsbehörden erwägen, Muslime an Flughäfen besonders zu kontrollieren, um Terroristen herausfischen zu können. Dagegen regt sich auf der Insel nun heftiger Widerstand. Im Zusammenhang mit den Anschlagsvorbereitungen auf USA-Flüge wurde unterdessen ein weiterer Verdächtiger festgenommen.

HB LONDON. Nach Informationen der Zeitung „The Times“ wird im Transportministerium darüber nachgedacht, Passagiere, die sich verdächtig verhalten, einen ungewöhnlichen Reiseweg haben oder einen bestimmten religiösen oder ethnischen Hintergrund haben, besonders zu kontrollieren. Ein Sprecher des Ministeriums sagte, es gebe schon heute „mehrstufige“ Sicherheitskontrollen, die jetzt eventuell angepasst werden müssten. Details gab er nicht bekannt. Der ehemalige Scotland-Yard-Chef Lord Stevens sagte, das Flughafen-Chaos könnte vermindert werden, wenn man sich auf einige Passagiere konzentrieren würde. Der Fokus liege dabei „auf jungen muslimischen Männern“.

Ali Dizaei, ein hochrangiger muslimischer Polizeioffizier von Scotland Yard, nannte die Überlegungen am Dienstag in der BBC „für jeden widerwärtig“ und einen „neuen Angriff“ gegen Menschen, die wie Muslime aussehen. „Wir dürfen nicht vergessen, dass Terroristen in allen Formen und Größen daherkommen“, sagte Dizaei.

Der Rat der Muslime in Großbritannien nannte die Erwägungen eine „extreme Form der Stereotypisierung“. Ein Sprecher warnte, dass sich die Regierung damit weiter von den Muslimen entfernen würde - eine Gruppe, mit der sie aber im Kampf gegen den Terror eng zusammenarbeiten müsste. „Die Regierung muss sehr, sehr vorsichtig sein, bevor sie so eine Maßnahme umsetzen will“, sagte er.

Bei der Großfahndung nach mutmaßlichen islamischen Terroristen in Großbritannien nahm die Polizei eine weitere Person fest. Damit sind seit Donnerstag vergangener Woche im Zusammenhang mit geplanten Anschlägen auf Passagierflugzeuge insgesamt 24 Personen festgesetzt worden. Wie Scotland Yard am Dienstagabend mitteilte, erfolgte die neue Festnahme nördlich von London. Einzelheiten wurden nicht bekannt gegeben. 46 Wohnhäuser und Geschäftsräume wurden durchsucht, darunter zwei Internet-Cafés.

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