Großbritannien
Regierung verfehlt Sparziel um ein Jahr

Großbritannien wird länger als geplant brauchen, um sein Sparziel zu erreichen. Das schwache Wirtschaftswachstum bremst den Schuldenabbau. Dennoch sieht sich die Regierung auf dem richtigen Weg.
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BerlinDie britische Regierung verfehlt wegen schwachen Wirtschaftswachstums die eigenen Sparziele. „Es dauert nicht drei Jahre, bis unsere Schulden sinken, sondern vier Jahre“, räumte Finanzminister George Osborne am Mittwoch im Parlament ein. Der Schuldenstand im Verhältnis zur Wirtschaftskraft werde erst 2016/17 fallen und damit ein Jahr später als sich die konservativ-liberale Koalition vorgenommen habe.

Die sogenannte Schuldenstandsquote von derzeit knapp 75 Prozent werde in den nächsten Jahren noch auf fast 80 Prozent steigen. Die Regierung will ihren von der Opposition scharf kritisierten Sparkurs aber weiter verfolgen. „Großbritannien ist auf dem richtigen Weg“, sagte Osborne in der Haushaltsdebatte und erntete vom politischen Gegner dafür Spott und Widerspruch.

Osborne begründete das Verfehlen der Ziele damit, dass die Wirtschaft wegen der Eurokrise für weniger Rückenwind sorge als erhofft. Das unabhängige Haushaltsbüro OBR rechnet für 2012 mit einem Rückgang des Bruttoinlandsproduktes von 0,1 Prozent. Im März hatte das OBR hoch ein Plus von 0,8 Prozent vorhergesagt. Für das nächste Jahr senkten die Experten ihre Wachstumsprognose auf 1,2 von 2,0 Prozent und erwarten auch 2014 mit 2,0 Prozent deutlich weniger Wachstum als ursprünglich gemeldet.

 
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Großbritannien: Regierung verfehlt Sparziel um ein Jahr"

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  • Mmmmmmmmh ... aber was hat Ihr Beitrag mit dem obigen Artikel zu tun ?

  • "... Weil CDU Enthaltungen beim Ergebnis nicht mitzählt
    Medien fallen auf geschönte Merkel-Wahl rein

    So leicht lassen sich manche Journalisten täuschen: Die CDU braucht bloß zu verkünden, Angela Merkel sei mit 97,94 Prozent der Delegiertenstimmen als Parteichefin wiedergewählt worden - und schon übernehmen viele Medien diese Angabe. Dabei ist die Zahl geschönt: Sie lässt die Enthaltungen unter den Tisch fallen. Die Deutsche Presseagentur hat in ihrer Parteitags-Berichterstattung ausdrücklich auf dieses Problem hingewiesen. Dennoch verwendeten viele Medien undifferenziert die Parteiangaben. ..."

    http://meedia.de/print/medien-fallen-auf-geschoente-merkel-wahl-rein/2012/12/05.html

    Betrug wie in der DDR: Die "Nichtwähler" werden uns auch immer von FORSA, EMNID, usw. vorenthalten ... Die Wahlbeteiligung wird immer verheimlicht !

  • Ist es wirklich der "richtige Weg" ? GB muss ernsthaft über Fehler der Vergangenheit und der Gegenwart nachdenken. GB muss sich die Mühe machen, es politisch offen zu diskutieren. Der größte Fehler der Vergangenheit ist die Aufgabe der britischen Industrie gewesen; es erstaunt in hohem Maße, mit welchen Gleichmut und Ignoranz "Branche für Branche" abgewickelt wurde. Für Außenstehende ergibt sich so das Zerrbild, GB bestehe nur auch Banken, Finanzdienstleistungen, Dienstleistungen und Landwirtschaft plus etwas Ölindustrie. Bodenschätze, die zudem versiegen, sind wie eine "Schlaftablette" für die eigene Industrie. Versiegen diese, ist ein gefährliche Vakuum feststellbar, da GB einfach zu satt war, um Anderes zeitnah schnell zu entwickeln. Die Aufagen der Industrie in GB zog auch eine geistige Degenerierung hinterher, weil der Rest einfach weniger geistig anspruchsvoll ist.

    Europa konnte auf England viele Jahrzehnte bis Jahrhunderte stolz sein. England erfand die Dampfmaschine in 2 Schritten: 1712 Newcoman und 1770 Watt. GB startete daraufhin eine gewaltige Industrialierung und wurde Vorbild für viele Staaten weltweit.

    Der Glaube des heutigen GB mit der "Finanzindustrie" den großen Wurf zu tätigen, ist heute eine Tragödie der besonderen Art. Der Wunsch nach Austritt aus der EU eine törichte Dummheit.

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