Großbritannien rüstet sich gegen den Terror
„Die Gefahr ist langfristig und dauerhaft“

Großbritannien rüstet sich nach den versuchten Anschlägen in London und Glasgow für einen langen und umfassenden Kampf gegen den Terrorismus. Die Regierung rief die höchste Terrorwarnstufe aus. Auch die USA verschärften ihre Sicherheitsvorkehrungen. Bundesinnenminister Schäuble sieht dagegen keine Veränderung der Sicherheitslage in Deutschland.

HB LONDON. „Wir haben es mit einer langfristigen Gefährdung zu tun, die nicht in den nächsten Wochen oder Monaten verschwinden wird“, sagte der neue britische Premierminister Gordon Brown. Es sei klar, dass Großbritannien mit Leuten konfrontiert sei, die Verbindungen zum Terrornetzwerk El Kaida hätten. Im Königreich gilt seit Samstag nun die höchste Warnstufe, nach der jederzeit mit einem Anschlag gerechnet werden muss. Polizisten nahmen am Wochenende unterdessen fünf Tatverdächtige fest und durchsuchten mehrere Häuser.

Am Samstag waren zwei Männer mit einem grünen Cherokee-Jeep ins Hauptgebäude des Glasgower Flughafens gerast. Das mit Benzin beladene Auto fing Feuer und verletzte fünf Umstehende leicht. Die beiden nach Zeugenaussagen asiatische Fahrzeuginsassen wurden festgenommen. Einer der beiden Männer erlitt bei dem von der Polizei als Terroranschlag eingestuften Zwischenfall lebensgefährliche Brandverletzungen. Es gebe einen Zusammenhang mit den beiden am Freitag in London verhinderten Anschlägen mit Autobomben, sagte der Glasgower Polizeichef Willie Rae.

Am Samstagabend und am Sonntag nahm die Polizei drei weitere Tatverdächtige auf einer Autobahn in Nordengland und in Liverpool fest. Polizeiangaben zufolge handelt es sich um zwei 26 Jahre alte Männer und eine 27-Jährige. In der Nähe von Glasgow durchsuchten Beamte mehrere Häuser. Eines wurde nach Aussage von Nachbarn kürzlich von Asiaten angemietet, die sehr zurückgezogen gelebt hätten. Die überwiegende Mehrheit asiatischen Bevölkerung in Großbritannien kommt aus Indien, Pakistan und Bangladesh.

Brown, der erst am Donnerstag die Nachfolge von Tony Blair angetreten hatte, beriet mit seinem Sicherheitskabinett Abwehrmaßnahmen. Es ist seine erste Herausforderung im Amt. Bei der Verfolgung ihrer terroristischen Ziele wollten die Täter den größtmöglichen Schaden anrichten, sagte der Labour-Politiker. „Der Terrorismus kann nie ein Akt des Glaubens sein. Es ist immer eine Tat des Bösen“, sagte der aus Schottland kommende Premierminister. Die Täter würden im Umkreis der islamischen Extremistengruppe El Kaida gesucht.

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