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Großbritannien: Schotten streben nach Unabhängigkeit

Lange wollte es keiner wahrhaben, doch die Schotten machen ernst: Sie streben nach Unabhängigkeit vom Vereinigten Königreich. In London ist man nervös. Premier Cameron will nicht als Totengräber Großbritanniens dastehen.

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Schottland ist der größte Erdölförderer in der EU. Das weiß auch David Cameron. Quelle: dpa
Schottland ist der größte Erdölförderer in der EU. Das weiß auch David Cameron. Quelle: dpa

LondonDem Vereinigten Königreich droht ein Zacken aus der Krone zu brechen - ein gewaltiger. Schottland, seit über 300 Jahren mit England zwangsvereinigt, strebt nach Unabhängigkeit. Was in London lange Zeit als Egotrip unverbesserlicher Nationalisten unterschätzt wurde, macht jetzt die Politiker in Westminster nervös.

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Sollte der britische Union Jack tatsächlich die Farbe blau verlieren? Sollten tatsächlich 20 Jahre nach der Revolution in Osteuropa auch auf den britischen Inseln neue Unabhängigkeitstendenzen Raum greifen?

Alex Salmond, Erster Minister von Schottland. Quelle: AFP
Alex Salmond, Erster Minister von Schottland. Quelle: AFP

Seit die linksliberale Schottische Nationalpartei (SNP) im vergangenen Mai die Regionalwahlen klar für sich entschied und mit absoluter Mehrheit ins Regionalparlament einzog, hat auch London erkannt: Es wird ernst! Spitzenbeamte aus dem Umfeld von Premierminister David Cameron warnen schon seit Monaten.

Und die Umfragewerte in Schottland, lange Zeit eine Beruhigungspille für das Londoner Polit-Establishment, klettern langsam aber sicher in Richtung Unabhängigkeit. Seit der Wahl im Mai machten die SNP-Separatisten zwischen sechs und neun Prozentpunkte gut, inzwischen sind bis zu 38 Prozent der fünf Millionen Schotten laut Umfragen für die komplette Abspaltung von Großbritannien.

Premierminister Cameron hat die prekäre Lage erkannt - zu spät, wie viele meinen. Lanciert in verschiedenen Londoner Medien, hat er am vergangenen Wochenende versucht, das Heft in die Hand zu bekommen. Eine Volksabstimmung über die Unabhängigkeit soll bereits innerhalb der nächsten 18 Monate über die Bühne gehen, forderte er. Dann werde er das Ergebnis auch als bindend anerkennen. Schottland-Minister Michael Moore äußerte sich dann am Dienstag entsprechend im Parlament, ließ aber den Zeitrahmen bewusst offen.

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11 Kommentare

  • 15.01.2012, 17:36 UhrAnonymer Benutzer: Hesse

    Ja, die Unabhängigkeit Bayerns und Berlins unterstütze ich voll und ganz. Dann können wir endlich wieder eine Mauer in Deutschland bauen und den Länderfinanzausgleich auf ein vernünftiges Maß zurück stutzen. Ich freue mich schon auf den Tag, an dem Deutschland endlich ohne die Kläffer in Bayern und die Schnorrer in Berlin auskommt.

  • 11.01.2012, 08:58 UhrAnonymer Benutzer: Radiputz

    @Schnippschnappschnudi
    Na, jetzt wissen wir ja sehr genau wer die Schotten sind.
    Besten Dank (Immer mehr Wissen!)

  • 11.01.2012, 08:11 UhrAnonymer Benutzer: schnippschnappschnudi

    @Bjorn
    Die Welt ist soviel komplexer als all diese Vereinfachungen: z.B. der "König" Coel Hen (später anglifiziert zu Old King Cole) was the son of a Roman nobleman from Spain... Falls Ihnen linguistische und anthropologische Untersuchungen verstädlicherweise zu kompliziert sind: das beste populärwissenschaftliche Werk zum Thema ist "The Isles" von Norman Davies.

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