Großbritannien
Streik gegen geplante Rentenreform

100.000 Mitarbeiter von Schulen, Krankenhäusern und Behörden gingen in Großbritannien auf die Straße, um gegen die geplante Rentenreform zu protestieren. Die konservative Regierung verurteilte die Proteste.
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LondonAus Protest gegen eine geplante Rentenreform sind in Großbritannien am Donnerstag zehntausende Beschäftigte des öffentlichen Diensts in einen Streik getreten. Mitarbeiter von Schulen, Krankenhäusern, Museen und anderen Behörden verliehen mit dem 24-stündigen Ausstand ihrem Unmut über die Pläne der konservativen Regierung Ausdruck. Diese kritisierte die Proteste.

Die Gewerkschaften hatten mit 400.000 Teilnehmern gerechnet. Laut Regierung waren jedoch „die Mehrheit der Beschäftigten an ihrem Arbeitsplatz und der Großteil der Behörden normal geöffnet". Demnach beteiligten sich rund 100.000 Menschen an dem Streik. Diese Zahl bezog sich jedoch nur auf Beamte und nicht auf alle Beschäftigten des öffentlichen Diensts.

Streikende versammelten sich vor Gerichten, Arbeitsagenturen und anderen Behörden. Zudem protestierten in London mehr als 20.000 Polizisten gegen Gehaltskürzungen. Viele von ihnen trugen schwarze Kappen mit der Aufschrift: „Die Kürzungen sind kriminell." Im November waren nach Gewerkschaftsangaben aus Protest gegen Sparpläne fast zwei Millionen Menschen auf die Straßen gegangen.

Da zu dem Streik auch Mitarbeiter der Einwanderungsbehörden aufgerufen waren, wurden Störungen auf den Londoner Flughäfen befürchtet und Ersatzarbeitskräfte mobilisert. „Es ist sehr enttäuschend, dass eine Handvoll Gewerkschafter sich auf unnötige Streiks versteift, die niemandem nützen", hieß es in einer Mitteilung der Regierung. Die Rentenreform werde nicht neu verhandelt.

Die Regierung will das Rentenalter im öffentlichen Dienst von 60 auf 67 Jahre anheben und Versicherungsbeiträge erhöhen, um die Schulden des Landes abzubauen. Die Gewerkschaften kritisieren, dass ihre Mitglieder damit für weniger Geld mehr arbeiten müssten, und laufen seit etwa anderthalb Jahren Sturm gegen die geplante Reform.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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