International
Großbritannien und Argentinien streiten um Atomwaffen

Laut britischer Regierung hatten ihre Kriegsschiffe während des Falkland-Krieges 1982 keine Atomwaffen an Bord. Deshalb will sich London auch nicht entschuldigen.

HB BERLIN. Das britische Außenministerium hat einem Bericht der argentinischen Regierung widersprochen, dem zufolge britische Kriegsschiffe während des Falklandkrieges mit Atomwaffen bestückt waren. Die Schiffe seien während des Krieges "routinemäßig" mit Atomwaffen ausgerüstet gewesen, doch seien diese von Bord genommen worden, bevor die Schiffe argentinische Gewässer anliefen, sagte am Sonntag ein Außenministeriums-Sprecher der Nachrichtenagentur AFP.

Er betonte "kategorisch", dass zu keinem Zeitpunkt des Kriegs der Einsatz von Atomwaffen vorgesehen gewesen sei. Die Frage, ob die britischen Schiffe Atomwaffen an Bord hatten, hat in den vergangenen Tagen eine diplomatische Krise zwischen den beiden Staaten ausgelöst.

Am vergangenen Freitag hatte die argentinische Regierung bekannt gegeben, dass London erstmals die Existenz von Atomwaffen an Bord der britischen Kriegsschiffe einräumte. Britischen Zeitungen hatten berichtet, dass das Kriegsschiff "Sheffield", das am 4. Mai 1982 von der argentinischen Luftwaffe versenkt worden war, ebenfalls Atomwaffen an Bord gehabt habe und nun mit seiner radioaktiven Fracht am Meeresgrund vor Südargentinien liege.

Der argentinische Präsident Nestor Kirchner forderte deshalb von London die vollständige Aufklärung der Angelegenheit sowie eine offizielle Entschuldigung. Zu Nestors Forderungen wollte sich der Außenamtssprecher nicht äußern.

Auslöser des Falkland-Krieges war die argentinische Invasion der zwischen beiden Staaten umstrittenen Inselgruppe im April 1982. Britische Truppen eroberten diese nach verlustreichen Kämpfen zurück, zweieinhalb Monate später kapitulierte Argentinien. Trotz der Niederlage erhebt Argentinien weiterhin Ansprüche auf die Inseln, auf denen rund 2300 Menschen leben.

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