Großbritannien warnt vor weiteren Anschlägen in der Region
Jagd auf die Mörder von El Chobar

Eine Anschlagsserie und Geiselnahme des El- Kaida-Terrornetzwerks in Saudi-Arabien mit 22 Toten hat am Pfingstwochenende Saudi-Arabien schwer erschüttert. Die Sicherheitsbehörden fahndeten am Montag mit Hochdruck landesweit nach drei radikalislamistischen Terroristen, die nach der gewaltsamen Beendigung des Geiseldramas in der Ölstadt El Chobar entkommen konnten. Bei ihrer Flucht hatten sie Geiseln als menschliche Schutzschilde benutzt. Ihr Anführer wurde bei der Befreiungsaktion verletzt und festgenommen.

HB RIAD/DUBAI. Nach Augenzeugenberichten umstellten Sicherheitskräfte in der unweit von El Chobar gelegenen Stadt Damman ein Gebäude, in dem sich die Gesuchten verschanzt haben sollen. Die Polizei habe außerdem Straßenkontrollen errichtet.

Zu der Bluttat bekannte sich am Sonntag das Terrornetzwerk El Kaida. In einer Erklärung auf einer radikal-islamischen arabischen Internetseite hieß es, die Arabische Halbinsel solle von „Ungläubigen gesäubert werden“. Ein Japaner, ein Schwede und ein Italiener seien „geschlachtet“ worden. Der Angriff habe US-Ölfirmen gegolten, die Moslems ihrer Reichtümer beraubten. In einer angeblich vom El-Kaida-Chef in Saudi-Arabien, Abdulasis el Mukrin, stammenden Tonband-Erklärung wurde zudem damit gedroht, dieses Jahr werde für Saudi-Arabien ein „blutiges und elendes“ werden. In der Aufzeichnung waren auch die Stimmen der Geiselnehmer in Chobar bei der Erstürmung des Gebäudekomplexes zu hören. Eine Stimme rief über Schüsse und Knallen hinweg: „Öffne die Tür, öffne die Tür“. Mukrin hatte vergangenen Woche zu einem Guerilla-Krieg in Saudi-Arabien aufgerufen.

Befreite Geiseln hatten zuvor berichtet, die Entführer hätten mehreren Gefangenen die Kehle durchgeschnitten, als sie versucht hätten zu fliehen. Die Terroristen hielten bei der Geiselnahme zeitweise nahezu 250 Menschen in ihrer Gewalt.

Das britische Außenministerium warnte vor weiteren, möglicherweise unmittelbar bevorstehenden Terroranschlägen in Saudi-Arabien und riet von allen nicht unbedingt notwendigen Reisen dorthin ab. Auch Berlin und Paris warnten vor Reisen in das Land.

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