Großbritannien
Was der Brexit für die Deutschen in England bedeutet

Theresa May will bis Ende März 2017 die Austrittsgespräche mit der EU zu beginnen. Die Ausländer in Großbritannien spüren die Auswirkungen aber schon jetzt. Viele sind verunsichert, manche fühlen sich nicht mehr sicher.
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LondonDie Richter des höchsten britischen Gerichts werden wohl erst im Januar über die Mitspracherechte des Parlaments für den Austritt aus der EU entscheiden. Davon könnte der weitere Brexit-Fahrplan abhängen. Eine Geduldsprobe nicht nur für die Regierung, sondern auch für die vielen Ausländer im Land. Für sie sind die Auswirkungen des geplanten Brexits schon jetzt zu spüren.

Das britische Pfund schwächelt und lässt Importe aus Deutschland teurer werden. Banken erwägen, von London in Städte wie Dublin oder Frankfurt am Main umzusiedeln. Die Attraktivität der britischen Unis für internationale Studierende hat bereits nachgelassen.

Großbritannien ist berühmt für Elite-Hochschulen wie die in Cambridge oder Oxford. Dennoch kommt eine Umfrage der Karriere-Beratungsfirma Hobsons zu einem klaren Ergebnis. Mehr als 80 Prozent internationaler Studierender findet Großbritannien als Studienland nach dem geplanten Brexit weniger einladend. Und zunehmend fremdenfeindlich: „Die Menschen sind so rassistisch geworden und nach allem, was passiert ist, fühle ich mich dort nicht sicher“, sagte ein Teilnehmer der Befragung, an der sich mehr als 1000 junge Leute beteiligt hatten. Dazu komme die Sorge, später schwerer ein Visum zu erhalten – oder nach dem Abschluss einen Job in Großbritannien zu finden.

Das Gefühl des Fremdseins teilt auch die Deutsche Petra Braun neuerdings. „Ich denke manchmal, das ist nicht das Land, für das ich mich vor zehn Jahren entschieden habe“, sagt die 49-Jährige, während sie mit ihrem Lebensgefährten Peter Wengerodt in ihrer Backstube im Londoner Vorort Richmond sitzt. Die beiden deutschen Auswanderer betreiben ihre Bäckerei-Konditorei „Hansel & Pretzel“ seit zehn Jahren. In der Auslage: Laugenbrezeln, Franzbrötchen, Hefestollen. Dazu kommen weitere „German Delicatessen“ wie Schwarzwälder Schinken oder Milchschnitte, die es sonst in England nicht zu kaufen gibt. Der Laden läuft gut. Dennoch mache sich der Brexit in der Kasse bemerkbar. „Wir müssen sämtliche Rohstoffe für die Bäckerei und alle anderen Artikel im Geschäft aus Deutschland importieren“, sagt Braun.

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Was der Brexit für die Deutschen in England bedeutet

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„Es ist zermürbend“

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