Großbritanniens Industrie
Cameron auf der Suche nach neuer Balance

Großbritannien war bekannt für das Geschäftsmodell Dienstleistungen. Nun soll sich einiges ändern. Vier Milliarden Pfund investieren Autohersteller in britische Werke. Camerons Erfolg ist das aber nicht.
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LondonSchon in einer seiner ersten Rede als Premier gab David Cameron das Ziel vor: Großbritannien brauche eine neue Balance zwischen Finanzbranche, Dienstleistungen und dem verarbeitenden Gewerbe - eine Renaissance der Industrie, sagte er im Frühjahr 2010.

Das Land, das jahrzehntelang auf den Finanzsektor als Wirtschaftsmotor gesetzt hatte, sollte eine neue Richtung einschlagen. Inzwischen gibt es die ersten Erfolge. Vor allem Autohersteller haben seither angekündigt, mehr als vier Milliarden Pfund in ihre britischen Werke zu investieren und Tausende neue Arbeitsplätze zu schaffen. "Das hat aber mehr mit dem internationalen Erfolg der Hersteller zu tun als mit Camerons Politik", sagt ein hochrangiger Manager eines Autokonzerns.

Fakt ist: Die Finanzkrise hat die Risiken des einseitig auf die Finanzbranche gestützten Wirtschaftsmodells der Insel offenbart. Jetzt ist das Land zum zweiten Mal innerhalb von drei Jahren in die Rezession gerutscht. Für Experten steht fest: Nur durch eine Förderung der Industrie kann es wieder aufwärtsgehen.

Lange Zeit ließen die Briten den Niedergang des Sektors zu und feierten den Siegeszug der Finanzbranche. Der begann vor mehr als zwei Jahrzehnten mit dem "Big Bang". Premierministerin Margaret Thatcher liberalisierte den bis dahin streng abgeschirmten Markt. Parallel zum Aufstieg Londons zu einem der wichtigsten Finanzplätze der Welt gelang die Wiederauferstehung der Wirtschaftsmacht Großbritannien. Heute arbeitet nur noch einer von zehn Briten in der Industrie, aber mehr als jeder vierte im Finanzsektor und in anderen Dienstleistungsbranchen, die von Banken, Hedge-Fonds und Versicherungen in Londons City abhängig sind.

Erwirtschaftete die Industrie in den 70er-Jahren noch mehr als 30 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, sind es heute laut EU-Kommission nur knapp 14 Prozent. Um diesen Trend umzukehren, fordert die Industrie schon seit Jahren mehr Rückendeckung durch die Politik. Was den Unternehmen zu schaffen macht, ist der Fachkräftemangel. Sie werden nicht müde, eine Reform des Bildungssystems anzumahnen und Unterstützung, wenn es um die Ausbildung von Facharbeitern geht.

Schnelle Erfolge erwarten sie nicht: Man sei am Anfang eines langes Prozesses, sagte John Rishton, Chef des Triebwerksherstellers Rolls-Royce, vor einigen Monaten. Der Ingenieurberuf leide unter einem schlechten Image: "Junge Leute fühlen sich stärker vom Investment-Banking angezogen als vom produzierenden Gewerbe", sagte Rishton. "Weil wir aus Bankern Berühmtheiten machen, Filme über sie drehen."

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  • Industrie ist die Basis für wertvolle Arbeitsplätze und Wohlstand in Europa. Von daher muss man die Globalisierung, die Europa massiv geschadet hat wieder ein Stück zurückdrehen, zur Not auch mit Subventionen oder Protektionismus, um unseren Wohlstand zu erhalten bzw. bereits schon wieder neu aufzubauen. Ganz wichtig !!

    Wertvolle Öko-Industrie mit Spitzenforschung und -Technologie als Garant für die "Know-How-Keimzelle Europa" für die Welt als Vorreiter. Industrie verknüpft mit den Universitäten in Deutschland, Aachen, München, Leibnitz-Uni, Max-Planck- und Frauenhofer-Netzwerk. Das muss alles erhalten werden, egal welche Krise um Deutscland herum gerade ist.

    Gesunder Egoismus steht auch Deutschland gut zu Gesicht. Nicht dieses knie-rutschende Solidarität, wo wir andere sich bedienen lassen mittels Selbstbedienungsladen "ESM". Ansonsten geht die Abwärtsfahrt immer weiter Richtung Billig-Lohn und Hartz4. Immer weiter Richtung Entwicklungs-Land, wie Griechenland jetzt.

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