Großbritanniens Premier
Verbleib in der EU ist an Forderungen geknüpft

Großbritannien soll in der EU bleiben - zumindest wenn bestimmte Forderungen erfüllt werden: Premier David Cameron stellte in einem Forderungskatalog sieben Punkte zusammen und blieb dabei vage.
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LondonGroßbritanniens Premierminister David Cameron hat erstmals den Verbleib seines Landes in der EU an konkrete Forderungen geknüpft. In einem Beitrag für den „Sunday Telegraph“ stellte er einen Katalog von sieben Punkten vor, die er als Voraussetzung für einen Verbleib seines Landes in der Europäischen Union ansieht. Dazu gehören strengere Einwanderungsregelungen, der Abbau von Handelsschranken mit Ländern in Amerika und Asien sowie eine größere Zurückhaltung des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte.

Als besonders wichtig bezeichnete Cameron in dem Gastbeitrag die Abkehr vom Ziel „mehr Europa“. „Das ist für Großbritannien nicht das Richtige“, schrieb der Premier. Ferner müssten mehr Befugnisse von Brüssel in die Nationalstaaten verlagert werden und nicht in die umgekehrte Richtung, forderte Cameron

Cameron steht innenpolitisch massiv unter Druck. Nach neuesten Umfragen könnten seine konservativen Tories bei den Europawahlen nur drittstärkste Kraft werden. Sieger der Abstimmung im Mai könnten demnach die extrem euroskeptischen Rechtspopulisten der Partei UKIP um ihren Vorsitzenden Nigel Farage werden. Die Europapolitik Camerons, der 2017 den Verbleib Großbritanniens in der EU in einem Referendum zur Wahl stellen will, wird auf der Insel auch als Reaktion auf die Stärke von UKIP sowie auf den rechten Flügel in seiner eigenen Partei gewertet.

„Ich verstehe und teile die Bedenken der Menschen gegenüber der Europäischen Union“, schrieb Cameron. „Die Leute befürchten, dass Großbritannien in eine Art Vereinigte Staaten von Europa hineingezogen wird“, fügte er hinzu. „Es mag sein, dass andere das wollen, wir nicht“.

Dennoch wolle er 2017 für den Verbleib Großbritanniens werben - vorausgesetzt die EU gehe auf seine Forderungen ein. Bis dahin sei vor allem Geduld erforderlich. Euroskeptiker sollten jetzt nicht „von der Außenlinie schreien“.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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