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Großdemonstration: Frankreichs Bürgertum begehrt gegen Homo-Ehe auf

In Paris sind mehrere hunderttausend Franzosen dem Aufruf von Kirche und Konservativen zum Protest gegen die Homo-Ehe gefolgt. Es wurde auch zu einer Machtdemonstration der Rechten gegen den Kurs von Präsident Hollande.

Vor dem Transparent einer christlich-fundamentalistischen Gruppe betet ein Anhänger auf der Straße. Quelle: AFP
Vor dem Transparent einer christlich-fundamentalistischen Gruppe betet ein Anhänger auf der Straße. Quelle: AFP

ParisBis in den späten Sonntagnachmittag hinein zogen hunderttausende Franzosen in drei getrennten Marschsäulen auf das Pariser Marsfeld. Dort hatte die Kundgebung gegen die von der linken Mehrheit ins Parlament eingebrachte Homo-Ehe schon begonnen, als noch immer Demonstranten auf den Platz neben dem Eiffelturm strömten. Mit 340.000 Teilnehmern laut Polizei – die Veranstalter zählten sogar 800.000 – war es eine der größten Demonstrationen der vergangenen Jahre, wenn auch nicht die überwältigende Mobilisierung, die Konservative und katholische Kirche erhofft hatten.

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Die Teilnehmer boten ein buntes Spektrum der bürgerlichen Mitte, von einfachen Familien mit ihren Kindern bis zu einem Vorstandsmitglied der Großbank Société Générale, von Mönchen in ihren langen Kutten bis zu Mitgliedern von Schwulenverbänden. Einer der Organisatoren, Xavier Bongibault vom Verein „Schwuler ohne Ehe“ sorgte für den einzigen echten Misston, als er Staatspräsident François Hollande mit Adolf Hitler verglich, weil er angeblich alle Homosexuellen gleich behandeln wolle. Die übrigen Organisatoren wie die katholische Frigide Barjot distanzierten sich von der absurden Äußerung, für die sich Bongibault später entschuldigte.

Insgesamt lief die Demonstration sehr diszipliniert ab. Anders als bei der letzten großen Demo gegen die Schwulenehe im November in Paris, als Mitglieder der katholisch-fundamentalistischen „Civitas“ eine Gruppe von Frauen pro Homo-Ehe krankenhausreif prügelten, kam es diesmal nicht zu Zwischenfällen.

Die Demo hatte teilweise fast Volksfest-Charakter, viele Franzosen zogen singend, tanzend und hüpfend durch Paris und ließen sich vom trüben, kalten Wetter nicht die Laune verderben. Am Trocadero scherten viele aus und nutzen die Gelegenheit zu einem Foto vor dem Eiffelturm. Auch die geöffneten Geschäfte lockten einige stärker an als die langwierige Abschlusskundgebung. 

  • 13.01.2013, 21:08 UhrMaceMcLain

    Erbärmlich, lächerlich, peinlich diese Franzosen.

    Ich bin absolut ein Anhänger des Neo-Liberalismus, meiner Meinung nach sollte jeder nach seinem Empfinden glücklich werden, denn das trägt auch zur gesellschaftlichen-und wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit bei.

    Man muss das finden, was man liebt und wofür man eine Leidenschaft hat. Das gilt sowohl im Bezug auf den Beruf als auch im Bezug auf die persönlichen Beziehungen.

    Ich bin zwar nicht schwul, aber dieses hinterwäldlerische Pseudo-gläubige-Intellektuellentum geht mir einfach nur noch auf die Nerven.

    So bringt man die Gesellschaft nicht weiter, so schafft man keine innovative Zukunft.
    Und nein, die Gesellschaft steht nicht vor dem Aus, denn empirische Daten belegen, dass nur ein kleiner Teil der Bevölkerung homosexuell ist und sein wird.

    Die Kirche wird zumindest in manchen Gebieten zum größten Hindernis der heutigen Gesellschaft, das sage ich als Kirchenmitglied.
    Das ist sehr schade, denn man könnte so viel mehr leisten.


    Und bitte verschonen sie mich mit jeglichen Verschwörungstheorien, Gefasel über die EU-Regierung und Gerede vom gläsernen Bürger der angeblich zum Sklaven der Finanz gemacht wird.
    Das ist lediglich ein Ausdruck ihrer Unzufriedenheit mit sich selbst und Realisierung über das eigene verpfuschte Leben.

  • 13.01.2013, 21:14 UhrRechner

    Andere Sorgen haben die Bourgoises nicht?

    Natürlich ist die Homo-Ehe Quatsch mit Soße.

    Aber auch nicht mehr als die Hetero-Ehe, oder jede andere Form staatlicher Einmischung in das Privatleben der Bürger.

    ...

    Offensichtlich zeichnet sich in Frankreich eine ähnliche Verblödung großer Teile des Bürgertums ab wie sie in den USA schon seit Jahrzehnten in Form des christlichen Fundamentalismus zu beobachten ist.

    Hier ist der Hebel der Aufklärung anzusetzen - der Plebs ist als Speerspitze gesellschaftlichen Fortschritts sowieso unbrauchbar weil stets nur willfähriges Opfer sozialistischer oder kommunistischer Abzocker.

  • 13.01.2013, 21:31 UhrFatFinger

    So scheiden sich die Geister! Ihre ersten drei Wörter sind ganau das, als was ich Ihren Kommentar bezeichnen würde. Sicher könnte man auch noch "pseudo-aufgeklärt" hinzufügen.
    Witzig zudem: "Ich bin zwar nicht schwul, aber .....".
    Hollande ist wirtschaftspolitisch eine Null, also versucht er auf einem anderen, für ihn leichteren Terrain zu punkten, auf dem es überhaupt keinen Handlungsbedarf gibt.

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