Große Expansionschancen
Schröder setzt auf Indien

Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) ist überzeugt davon, dass die deutsch-indischen Wirtschaftsbeziehungen vor einer Expansionsphase stehen. Bei der Eröffnung eines deutsch-indischen Wirtschaftsforums in der indischen Hauptstadt sagte Schröder am Mittwoch: „Die Möglichkeiten zu einer intensiveren wirtschaftlichen Zusammenarbeit sind vielfältig.“

HB NEU-DELHI. Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hat am ersten Tag seines Asienbesuches in Neu-Delhi für einen Ausbau der deutsch-indischen Wirtschaftsbeziehungen geworben. Indische Wirtschaftsvertreter forderten die deutschen Unternehmen dazu auf, den Blick nicht nur einseitig nach China zu richten, sondern auch ihre Wachstumschancen in Indien wahrzunehmen.

Die Chancen, das gemeinsame Handelsvolumen von gut fünf Mrd. € im vergangenen Jahr in sechs bis sieben Jahren zu verdoppeln, seien gut, sagte Schröder. Insbesondere warb der Kanzler darum, die Bedingungen für mehr Kooperation im Finanzbereich zu erweitern. Der Präsident der indischen Handelskammerorganisation Yogendra Kumar Modi sprach von vielfältigen Chancen für deutsche Firmen in Indien, vom Infrastruktur- über den Unterhaltungsbereich bis zur Biotechnologie und der Autoindustrie. „Wir brauchen ihre Unterstützung“, sagte auch der Präsident der indisch-deutschen Handelskammer Anees Noorani.

Der Bundeskanzler äußerte die Überzeugung, dass die neue indische Regierung unter Ministerpräsident Manmohan Singh, den er am Donnerstag als erster europäischer Regierungschef nach dessen Amtsantritt treffen wird, die Reform- und Liberalisierungspolitik in Indien fortsetzen wird. Eine Schwierigkeit für deutsche Firmen sei immer noch die wenig effiziente und langsame staatliche Verwaltung. „Eine gute Entscheidung ist eine schnelle Entscheidung“, sagte der Kanzler. Zugleich bemängelte er, die deutsche Wirtschaft habe in der Vergangenheit sicher ihren Blick in Asien zu stark nach China und Japan gerichtet.

Schröder war am Morgen als erste Station seiner Asien-Reise in Indien eingetroffen. Der Tag wurde bestimmt von Wirtschaftsgesprächen, während der Kanzler am Donnerstag vornehmlich politische Gespräche mit der indischen Führung führen wird. Dabei wird der Kanzler vor der Rajiv Gandhi Stiftung eine außenpolitische Grundsatzrede halten. Indien gilt als Wortführer der Entwicklungsländer und bemüht sich zusammen mit Deutschland um einen ständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat.

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