Große Explosion in Ankara
28 Tote bei Terroranschlag auf Militärkonvoi

Bei einem Anschlag auf einen Militärkonvoi in Ankara sind mindestens 28 Menschen getötet und 61 weitere verletzt worden. Ministerpräsident Ahmet Davutoglu sagte seine Teilnahme an einem Treffen vor dem EU-Gipfel prompt ab.

Ankara/IstanbulEin mutmaßlicher Bombenanschlag auf einen Militärkonvoi in Ankara hat am Mittwoch mindestens 28 Menschen in den Tod gerissen und 61 weitere verletzt. Die Zahlen nannte der türkische Vize-Ministerpräsident Numan Kurtulmus. Die Behörden gehen davon aus, dass eine Autobombe hochging. Die Explosion ereignete sich während des Berufsverkehrs rund 300 Meter vom Hauptquartier der Streitkräfte entfernt.

Die Armee hat den Anschlag auf Soldaten in der türkischen Hauptstadt Ankara bestätigt. Ziel des „Terroranschlags“ seien mehrere Fahrzeuge gewesen, die Angehörige der Streitkräfte transportiert hätten, teilte das Militär am Mittwochabend mit. Zu der Detonation sei es gekommen, als die Fahrzeuge gegen 18.30 Uhr (Ortszeit/17.30 MEZ) an einer Ampel gehalten hätten. Es handele sich um einen „niederträchtigen und verräterischen Angriff“.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat den Bombenanschlag scharf verurteilt. Er hoffe, dass die Verantwortlichen rasch zur Rechenschaft gezogen würden, sagte Ban am Mittwochabend (Ortszeit) in New York. „In dieser tragischen Zeit stehen die Vereinten Nationen den Menschen und der Regierung der Türkei solidarisch zur Seite.“ Den Angehörigen der Opfer sprach Ban sein Beileid aus.

Ministerpräsident Ahmet Davutoglu sagte unterdessen eine Reise nach Brüssel ab und nahm stattdessen an einer Sicherheitssitzung mit Präsident Recep Tayyip Erdogan und anderen Regierungsvertretern teil. Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu meldete, es sei eine Mediensperre verhängt worden. Diese unterbindet das Senden und Drucken von Bildern mit Toten oder Verletzten vom Tatort.

Am Ort der Explosion war dunkler Rauch zu sehen. Krankenwagen eilten heran. Der Sender NTV meldete, die mutmaßliche Bombe sei hochgegangen, als gerade ein Bus mit Militärangehörigen vorbeigefahren sei. Mehrere Autos hätten Feuer gefangen. Die Polizei erklärte der Nachrichtenagentur AP, sie habe Ermittlungen aufgenommen. Einzelheiten blieben offen. Auch war zunächst unklar, wer hinter der Tat stehen könnte.

Es wäre nicht das erste Mal, dass Polizei- und Militärkonvois in der Türkei ins Fadenkreuz geraten. Im Sommer griffen Aktivisten einer extremistischen Vereinigung eine Polizeistation und Einsatzfahrzeuge in Istanbul an. Im Dezember detonierte in der Nähe einer Metro-Station in der Metropole eine Bombe, die für einen kurz zuvor vorbeifahrenden Polizeikonvoi gedacht gewesen war. Im Südosten des Landes zünden PKK-Kämpfer regelmäßig Sprengsätze auf Landstraßen und treffen regelmäßig Soldatenbusse. 

Die Türkei ist nervös, weil sie in jüngster Zeit mehrfach Ziel von Terroranschlägen war. Im Januar sprengte sich ein Selbstmordattentäter in der Nähe der Blauen Moschee inmitten von Touristen in die Luft und riss zehn Deutsche mit in den Tod. In Ankara hatte es im Oktober einen verheerenden Anschlag auf eine Friedensdemonstration mit mehr als 100 Toten gegeben.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur
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