Große Teile der landwirtschaftlichen Fläche vernichtet
Hurrikan „Stan“: Zentralamerika droht wirtschaftliche Krise

Gut eine Woche nach dem Durchzug des Hurrikans „Stan“ haben die Hilfsmannschaften in Guatemala die Suche nach 1400 Vermissten im Dorf Panabaj aufgegeben. Die Siedlung war von einer gigantischen Schlammlawine begraben worden. Damit erhöht sich die Zahl der Todesopfer alleine in Guatemala auf 2000.

MEXIKO-STADT. Staatschef Oscar Berger ordnete eine dreitägige Staatstrauer an. In Mexiko starben nach jüngsten Angaben 42 Menschen, in El Salvador 72 und in Nicaragua elf. „Stan“ war am Dienstag vergangener Woche über Zentralamerika hinweggefegt und hatte heftige Regenfälle und Erdrutsche ausgelöst.

Die Behörden befürchten, dass der Wirbelsturm die Not in Zentralamerika noch weiter verschärfen wird. Die Regierung in Guatemala rechnet damit, dass durch „Stan“ Ernteausfälle in Höhe von 535 Mill. Dollar zu beklagen sein werden. Mehr als ein Drittel der kultivierbaren landwirtschaftlichen Fläche ist durch den Wirbelsturm vernichtet worden. Allein der Preis für die Wiederherstellung des Straßennetzes wird auf 135 Mill. Dollar veranschlagt. Im benachbarten Mexiko sind die Auswirkungen von „Stan“ vor allem in den armen Bundesstaaten Chiapas, Oaxaca und Guerrero verheerend.

Zentralamerika ist ohnehin das Armenhaus des Kontinents. Die Staaten auf der Landbrücke zwischen Nord- und Südamerika leben vor allem von der Landwirtschaft und sind damit besonders anfällig für Naturkatastrophen. Die fünf Länder erwirtschaften gemeinsam ein Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 92 Mrd. Dollar. Damit beträgt die Wirtschaftskraft der gesamten Region nur rund ein Siebtel des großen Nachbarn Mexiko. „Stan“ ist die schwerste Naturkatastrophe, die Zentralamerika seit dem Wirbelsturm „Mitch“ heimsucht. Vor sieben Jahren wurden durch eine der schwersten Naturkatastrophen der vergangenen 200 Jahre in ganz Zentralamerika rund 10 000 Menschen getötet. Die meisten starben durch Erdrutsche und Überflutungen, die tagelange Regenfälle ausgelöst hatten. Nicaragua und Honduras wurden durch „Mitch“ um Jahrzehnte zurückgeworfen.

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