Großeinsatz in Boston
9000 gegen einen

Eine derart umfangreiche Fahndung hat es in den USA noch nicht gegeben: Auf der Suche nach dem zweiten mutmaßlichen Bombenleger riegelte die Polizei eine ganze Metropole ab. Doch der 19-Jährige konnte zunächst entkommen.
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New YorkWer im idyllischen Bostoner Vorort Watertown lebt und an diesem Freitagnachmittag zu Hause war, hat mit hoher Wahrscheinlichkeit Besuch bekommen. Polizisten klingelten in jeder Wohnung, schwer bewaffnet, weil sie auf der Suche sind nach einem jungen Mann.

Dschochar Zarnajew heißt er, ist 19 Jahre alt, und soll einer der beiden Terroristen sein, die am Montag mit ihren Sprengsätzen drei Menschen töteten und rund 180 verletzten. Sein 26 Jahre alter Bruder Tamerlan, der mutmaßliche Mittäter, war in der Nacht bei einer Schießerei mit der Polizei getötet worden.

Ab dem Morgen durchkämmten Hundertschaften von Beamten systematisch das Städtchen Watertown, in der Hoffnung, Dschochar Zarnajew schnell zu finden. Sie halten den jungen Mann für hochgefährlich, er könnte Waffen und Sprengstoff bei sich tragen. Allein: Der Verdächtige ist noch immer nicht gefasst.

Was sich am Freitag im Großraum Boston abspielt, ist ein Anti-Terror-Einsatz ohne Beispiel. Mehr als 9000 Polizisten, FBI-Agenten und Nationalgardisten hatten die Ostküsten-Metropole im Bundesstaat Massachusetts fast einen Tag lang quasi abgeriegelt.

Die Menschen wurden aufgefordert, zu Hause zu bleiben. Erst am frühen Abend verkündet der Gouverneur des US-Bundesstaates Massachusetts, die Menschen könnten „wieder in den Alltag zurückkehren“. Öffentliche Verkehrsmittel sollen den Betrieb am Abend wieder aufnehmen.

U-Bahnen, Büros, Schulen und die Universitäten Harvard und MIT blieben am Freitag geschlossen, der Luftraum nur eingeschränkt geöffnet. Und TV-Reporter wurden gebeten, ihre Live-Bilder nur mit Verzögerung zu senden, um dem Flüchtigen keinen Vorteil zu verschaffen.

Die herausgeforderte Staatsmacht bringt alles auf die Straße, was sie hat. Und die Nation ist über Fernsehen und soziale Netzwerke live zugeschaltet.

Mit diesem Szenario waren die Amerikaner am Morgen aufgewacht. Doch da war die Großjagd von Boston schon längst im Gange. Bereits in der Nacht hatten sich die Ereignisse überschlagen. Nachdem das FBI am Abend Bilder der beiden Verdächtigen veröffentlicht hatte, erreichte die Polizei gegen 22 Uhr Ortszeit ein Notruf aus dem Vorort Cambridge: Zwei Männer hatten ein 7-Eleven-Geschäft nahe der Universität Massachusetts Institute of Technology (MIT) überfallen. 20 Minuten später wurde ein paar Blocks weiter ein Beamter der Campus-Polizei, 26 Jahre alt, in seinem Dienstwagen erschossen.

Kommentare zu " Großeinsatz in Boston: 9000 gegen einen"

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  • HESSISCHE POLIZEI MANIPULIERT gezielt BEWEISBILDMATERIAL! Bestimmte Fotos (insebsodnere Straftaten die von Polizisten im Dienst begangen werden) finden sich nachher nicht auf Mobiltelefonen mit Kamera wieder. Das Phänomen wurde mehrfach wiederholt. Verwenden Sie nur alte Digital-Kameras ohne UMTS Verbindung!

    ~~~

    In Frankfurt a.M. filter die Polizei unter Verwendung von Antispam und Virensoftware und dem Vorwand von Terrorprävention RELVENATE MARKTINFORMATIONEN für die Banken heraus.

    DIE POLIZISTEN Untertsützen aktive den TRRROSISMUS - sie sind die einzigen Terroristen (alle VerDRECKte Ermittler wie der NPD die auch nur aus Beamten besthet).

  • 9.000 gegen 1 Das ist doch alles völlig lächerlich.
    Man benötigt 90.000 gegen 1 und dann noch 90.000 Drohnen

  • Ich finde es schon ziemlich beschämend, wie hier einige Kommentatoren so richtig gründlich vom Thema abweichen. Noch bedenklicher ist für mich allerdings, wenn ich mir anschaue – egal auf welchen Medienseiten – die Leserschaft für dumm verkauft wird. Hier läuft vor unseren Augen die größte Desinformationskampagne ab und jeder glaubt es anscheinend. Das fängt schon mit dem Bild der Rucksäcke an, die Farben sind einfach völlig unterschiedlich. Ok, der zweite, bisher vermutliche Attentäter, hat weiß mit an seinem schwarzen Rucksack dran, der, der aber der Öffentlichkeit als Rucksack aus dem Überwachungsvid verkauft wird, ist durchgängig hell (beige/rosa/weiß). Da ist nix schwarzes zu sehen. *ironiaon Wird sehr wahrscheinlich an der schlechten Bildqualität der Überwachungskamera liegen *ironieoff

    Es wird auch nirgendwo – bis auf wenige Ausnahmen – berichtet, dass der saud. Außenminister sehr sehr kurzfristig bei Obama angetanzt ist und der in den ersten Stunden nach dem Attentat vorsorglich verhaftete 20-jährige saudische Staatsbürger Abdul Rahman al-Harbi überstürzt (zu seiner eigenen Sicherheit) außer Landes gebracht wurde. Durch Reuters wurde dies bestätigt. Zu welcher Familie dieser Student gehört, mag jeder selbst recherchieren.

    Hier wird eine Riesenhype gemacht um von irgend etwas anderem abzulenken. Was tut sich da wirklich hinter den Kulissen in den USA? Bereiten die einen Einmarsch im Iran vor und sind deshalb auf allen Hochzeiten im Nahen Osten vertreten?

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