Großoffensive der irakischen Regierung soll Terror ein Ende setzen
40 000 Soldaten rücken auf Bagdad vor

Die irakische Regierung hat eine Großoffensive gegen die Aufständischen in Bagdad angekündigt.

HB BAGDAD. 40 000 Soldaten würden eingesetzt, um die Rebellen und deren Waffenlager aufzuspüren, sagte der irakische Verteidigungsminister Sadun al-Dulaimi am Donnerstag. Die Truppe sei aus Soldaten des Innen- und des Verteidigungsministeriums zusammengesetzt. „Wir werden Bagdad in sieben Gebiete unterteilen“, kündigte er weiter an.

Seit der Nominierung einer von Schiiten geführten Regierung Ende April haben Aufständische ihre Anschläge und Angriffe deutlich verstärkt. Innerhalb von wenigen Wochen wurden dabei mehr als 600 Iraker getötet. Die Angriffe richten sich vor allem gegen Polizei und Vertreter der neuen Regierung und sollen die politische Neuordnung des Landes stören. Experten befürchten, dass die mehrheitlich sunnitischen Rebellen einen Bürgerkrieg auslösen wollen.

Auch am Donnerstag haben Aufständische Sicherheitskräfte, Soldaten und Ausländer angegriffen. Bei der Explosion einer Autobombe starben im Westen Bagdads zwei Polizisten und ein Zivilist; vier Menschen wurden verletzt. Im Zentrum der Hauptstadt zerstörte ein Sprengsatz einen Geländewagen von Ausländern. Unklar war, ob die Insassen verletzt wurden. US-Soldaten hätten den Tatort abgeriegelt, berichteten Augenzeugen.

Am Mittwoch war es ebenfalls zu tödlichen Anschlägen gekommen. In Bagdad starben in der Nähe eines Polizeireviers zwei Menschen, als ein Selbstmordattentäter sein Auto zur Explosion brachte. Elf Menschen wurden verletzt. In der nordirakischen Stadt Scharkat griffen Bewaffnete aus dem Hinterhalt den Wagen des örtlichen Polizeichefs an und töteten diesen. In Ramadi wurden einem Krankenhausarzt zufolge drei Menschen bei Kämpfen zwischen Aufständischen und US-Soldaten getötet und sieben weitere verletzt.

Derweil berichtete die US-Armee, bei ihrer Großoffensive rund um die westirakische Stadt Haditha seien bisher zehn „Terroristen“ getötet worden. Einer der Iraker, die US-Truppen in der Stadt angegriffen hätten, sei ein muslimischer Prediger gewesen. An der Operation „Neuer Markt“ im Westen nehmen insgesamt rund 1000 US-Soldaten und irakische Sicherheitskräfte teil.

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