Grüne formulieren Lieferbedingungen: Deutsche Industrie erwartet Milliardenaufträge aus den Golfstaaten

Grüne formulieren Lieferbedingungen
Deutsche Industrie erwartet Milliardenaufträge aus den Golfstaaten

Vor allem für die deutsche Rüstungsindustrie ist die Kanzlerreise in die Golfregion ein voller Erfolg gewesen: Sie erwartet in den kommenden Jahren Aufträge mit einem Milliardenvolumen.

HB BERLIN. Die deutsche Rüstungsindustrie rechnet mit Milliardenaufträgen aus der Golfregion. Die arabische Halbinsel sei für die Branche «die spannendste Region», zitiert der «Focus» am Sonnabend Klaus Borgschulte, Chef von ThyssenKrupp Marine Systems, einer Tochter des Duisburger ThyssenKrupp-Konzerns. «Wenn wir Glück haben, können wir hier Aufträge über drei Milliarden Euro gewinnen», fügte Borgschulte hinzu.

Der Nürnberger Rüstungskonzern Diehl erwartet indes Aufträge im Volumen von 1,2 Milliarden Euro in den nächsten Jahren, berichtet das Magazin weiter. An die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) liefere Diehl bereits für 50 Millionen Euro Lenkflugkörper und Munition. Darüber hinaus habe Diehl zusammen mit einem US-Partner die Heeresinstandsetzung übernommen.

Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) erhalten aus Deutschland außerdem 32 Fuchs-Spürpanzer. Ein entsprechender Vertrag wurde am Samstag beim Besuch von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) in Abu Dhabi unterzeichnet. Die Lieferung hat einen Wert von 160 Millionen Euro.

Die Fuchs-Panzer von Rheinmetall gelten international als bestes System zur Aufspürung und Analyse von atomaren, biologischen und chemischen Kampfstoffen. Bei den 32 Fahrzeugen soll es sich um den verbesserten Typ «Fuchs II» handeln.

In einem Interview mit der «Netzeitung» hatte zuvor Winfried Nachtwei, sicherheitspolitische Sprecher der Grünen im Bundestag, Bedingungen für einen Export der Panzer genannt. Er hatte gefordert, dass die Emirate mehrere Rüstungskontrollverträge ratifizieren müssten, bevor ihnen die Panzer verkauft werden könnten.

Ein weiteres Abkommen der Münchner Firma Rohde & Schwarz sieht die Lieferung eines militärischen Kommunikationssystems im Wert von 100 Millionen Euro vor. Die Firma Dornier Consulting wurde mit der Ausarbeitung einer Konzeptstudie zur Entwicklung von Eisenbahn-Systemen auf der arabischen Halbinsel beauftragt. Dazu gehören auch Vorschläge für den Einsatz der Magnetschwebebahn Transrapid.

Siemens unterzeichnete ein Abkommen über die schlüsselfertige Erweiterung eines Kraftwerks einschließlich einer Anlage zur Meerwasser-Entsalzung mit einem Gesamtvolumen von 860 Millionen Dollar. Die Anlage solle 2008 in Betrieb genommen werden, teilte die Siemens-Sparte Power Generation am Samstag in Erlangen mit. Auf das deutsche Unternehmen entfällt dabei rund die Hälfte. Die anderen Teile gehen an eine japanische und eine italienische Firma. Der Essener Baukonzern Hochtief bekam einen Auftrag zum Bau einer Industriezone in Abu Dhabi im Wert von etwa 150 Millionen Euro.

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