Grünes Licht von Behörden?
Wachsende Zweifel an „spontanen“ Protesten

Die Reaktionen auf die Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen in europäischen Zeitungen sind nach wie vor im Nahen und Mittleren Osten ungeahnt heftig. Vor allem in Syrien, in Libanon und im Gazastreifen gingen die Demonstrationen auch am Montag weiter.

hn/ap DAMASKUS/TEL AVIV. In der Stadt Hebron im Westjordanland wurden internationale Beobachter von Palästinensern angegriffen.

Allerdings mehren sich die Zweifel, dass die Gewaltausbrüche wirklich spontan erfolgten. Nach Aussagen von Demonstranten in Damaskus sollen die Unruhen von den syrischen Behörden „spontan“ organisiert worden sein. Islamische Zentren streuten offenbar SMS-Meldungen. „Die Scheichs forderten uns auf, jedem gläubigen Moslem, den wir kennen, fünf SMS-Meldungen zu schicken“, zitiert eine Nachrichtenagentur einen Studenten des konservativen Abu Nur Islamic Institutes in Damaskus. Die Behörden hätten für die Kundgebung grünes Licht gegeben. Syriens Sicherheitsdienste sind im Lande so präsent, dass eine Demonstration ohne deren Duldung kaum möglich sei, sagen Experten.

Dass Syriens Staatsführung hinter den Gewaltexzessen stecken könnte, deutete auch die Regierung Libanons an. Sie machte den ungeliebten Nachbarn indirekt auch für Ausschreitungen im eigenen Land verantwortlich, wo am Sonntag das Gebäude der dänischen Landesvertretung angezündet wurde. „Es ist, als wären sie (die syrischen Unruhen) eine Lektion für einige in Libanon gewesen, dasselbe zu tun“, sagte Premier Fuad Saniora.

Und der libanesische Großmufti Mohammed Raschid Kabbani sprach von Scharfmachern unter den Demonstranten, die „die Stabilität Libanons beeinträchtigen“ wollten. Beirut hatte sich ungleich stärker als Damaskus um einen Schutz der dänischen Landesvertretung bemüht.

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