Grundsatzrede
Obama bietet Muslimen Neuanfang an

US-Präsident Barack Obama hat in Kairo eine neue Ära in den Beziehungen der USA zur islamischen Welt eingeleitet. In einer in der Region mit Spannung erwarteten Rede reichte Obama den Muslimen die Hand und räumte mit den Hinterlassenschaften seines Vorgängers George W. Bush auf.

HB KAIRO. US-Präsident Barack Obama hat sich am Donnerstag in einer Grundsatzrede an der Universität Kairo für einen Neuanfang im Verhältnis zum Islam ausgesprochen. Obama betonte dabei den Respekt des Westens vor der islamischen Welt und die gemeinsamen Interessen. Sie müssten die Grundlagen eines Neubeginns in den Beziehungen sein. „Ich bin gekommen, um einen neuen Beginn zwischen den Vereinigten Staaten und den Muslimen in der Welt zu erreichen“, sagte Obama. Es gebe keine Konkurrenz zwischen den beiden Welten, sondern sie teilten gemeinsame Prinzipien wie die der Toleranz und der Menschenwürde.

Die Spannungen zwischen dem Westen und der islamischen Welt seien auch in jüngerer Zeit genährt worden durch einen „Kolonialismus, der die Rechte und Möglichkeiten vieler Muslime verweigert habe“, sagte der Präsident weiter. Es habe sich um einen „kalten Krieg“ gehandelt, in denen islamische Länder lediglich benutzt worden seien, ungeachtet ihrer eigenen Wünsche, meinte Obama. Der rasche Wandel und die Globalisierung hätten bewirkt, dass manche Moslem den Westen als feinselig gegen die Traditionen des Islam angesehen hätten.

Doch jetzt sei die Zeit gekommen, Misstrauen und Zwietracht zwischen dem Westen und der islamischen Welt zu beenden, so Obama. Gewalttätige Extremisten hätten diese Differenzen ausgenutzt, sagte er. Die Anschläge vom 11. September 2001 und die Taten der Extremisten hätten bei vielen Amerikanern den falschen Eindruck erweckt, dass die islamische Welt dem Westen und den Menschenrechten feindselig gegenüberstehe. „Solange wir unser Verhältnis über unsere Differenzen definieren, werden wir die stärken, die Hass säen“, sagte der US-Präsident.

Ganz konkret bot Obama der islamistischen Palästinenserorganisation Hamas an, sie in eine Lösung für den Nahostkonflikt einzubeziehen. „Damit sie eine Rolle spielen kann bei der Erfüllung der Hoffnungen der Palästinenser, und damit das palästinensische Volk wieder geeint wird, muss Hamas die Gewalt beenden, frühere Vereinbarung respektieren und das Existenzrecht Israels anerkennen“, sagte er. Gleichzeitig müsse Israel das Existenzrecht „Palästinas“ anerkennen. Die USA seien nicht bereit, den Ausbau jüdischer Siedlungen in den besetzten Gebieten zu akzeptieren. Dennoch betonte er, das Band, das Amerika mit Israel verbinde, werde nie zerreißen.

Den Palästinensern riet er, mit friedlichen Mittel für ihre Rechte zu kämpfen. Er verglich ihre Situation mit der Lage der schwarzen Bevölkerung in Südafrika unter dem Apartheidsregime. „Es ist kein Zeichen von Mut oder Macht, wenn man Raketen auf schlafende Kinder abschießt oder wenn man alte Frauen in einem Bus in die Luft sprengt“, sagte Obama.

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