Guam und Japan erreichbar
Nordkorea bastelt an Mittelstreckenrakete

Ungeachtet der Bemühungen, den Konflikt mit der Staatengemeinschaft zu lösen, plant Nordkorea nach südkoreanischen Medienberichten die Stationierung von Mittelstreckenraketen mit einer Reichweite von 4 000 Kilometern.

HB SEOUL. Bis zu 4000 Kilometer Reichweite soll eine neu entwickelte Rakete der Nordkoreaner haben. Nach südkoreanischen Berichten plant der kommunistische Staat die Stationierung der Mittelstreckenrakete mit. Die Rakete könnte damit auch die US-Pazifikinsel Guam oder Japan erreichen, berichteten am Montag die auflagenstärkste Zeitung „Chosun Ilbo“ und die „Korea Times“ unter Berufung auf Regierungskreise und nachrichtendienstliche Quellen in Seoul. Das Verteidigungsministerium in Seoul wollte die Berichte nicht kommentieren.

Zuvor hatte es in Südkorea Spekulationen über einen möglichen Nuklearwaffen- oder Raketentest in Nordkorea aus Anlass des 55. Jahrestags der Staatsgründung an diesem Dienstag gegeben. Südkoreas Außenminister Yoon Young Kwan zeigte sich am Montag „sehr besorgt“, dass Pjöngjang Schritte ergreifen könnte, die den Konflikt um das Atomprogramm des kommunistischen Staates weiter verschärften.

Es müsse abgewartet werden, ob die neue Rakete bei einer geplanten großen Militärparade in Pjöngjang zum Jahrestag vorgeführt werde, zitierte die „Korea Times“ einen Regierungsbeamten. Die Entwicklung der ballistischen Rakete sei bereits im vergangenen Jahr abgeschlossen worden, schrieben die Zeitungen. Die angeblich neue Rakete hat danach eine größere Reichweite als die nordkoreanische „Taepodong-1“-Rakete, die 1998 getestet wurde und dabei über japanisches Territorium geflogen war. Der Test hatte damals neue Spannungen in der Region erzeugt.

Sollte Nordkorea Maßnahmen ergreifen, die die Situation verschärften, würde dies nicht nur den Bemühungen um eine friedliche Lösung des Atomkonflikts entgegenwirken, sagte Südkoreas Außenminister in Seoul. Damit würde Nordkorea auch gegen seine eigenen Interessen handeln. Yoon sagte weiter, die USA seien sehr daran interessiert, die Gespräche über eine Beendigung des nordkoreanischen Atomprogramms fortzuführen. Bei einem Treffen mit US-Präsident George W. Bush in der vergangegen Woche in Washington sei ihm gesagt worden, dass die USA die Sicherheitsbefürchtungen Nordkoreas in Betracht zögen.

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