Gül besucht Saudi Arabien
Naher Osten zieht türkische Wirtschaft an

Der türkische Staatspräsident Gül wirbt in Saudi-Arabien für eine wirtschaftliche Kooperation - und stößt auf offene Ohren. Die gute Stimmung gilt als Indikator dafür, dass die beiden Staaten sich annähern. Spätestens seit Güls deutlicher Kritik an Israel.

ATHEN. Die türkischen Exporteure richten angesichts des wirtschaftlichen Abschwungs in der Europäischen Union - ihres bisher wichtigsten Absatzmarktes - ihr Interesse zunehmend auf die Nahost-Region. Dort verspricht nicht nur eine vergleichsweise stabile Konjunktur gute Geschäfte. Die Türkei genießt in den arabischen Ländern auch wegen der Kritik ihres Premierministers Tayyip Erdogan an der israelischen Palästinenserpolitik wachsendes Ansehen. Die Entwicklung im Gaza-Konflikt und Wirtschaftsfragen stehen auf der Tagesordnung des viertägigen Besuchs, zu dem sich der türkische Staatspräsident Abdullah Gül jetzt in Saudi-Arabien aufhält.

Für die türkische Exportwirtschaft hat das Jahr gar nicht gut begonnen: Im Januar 2009 brachen die Ausfuhren um etwas mehr als ein Viertel ein. Die türkische Automobilindustrie, die fast 90 Prozent ihrer Exporte in der Europäischen Union absetzt, verzeichnete sogar ein Minus von 53 Prozent - kein Wunder, dass sich die Industrie nun nach neuen Absatzmärkten umsieht. Sie hofft sie vor allem im Nahen Osten zu finden.

So saßen neben Außenhandelsminister Kürsad Tüzmen auch 150 Wirtschaftsvertreter in dem türkischen Regierungs-Airbus, der schließlich in der saudischen Hauptstadt Riad landete. Dort und in Dschidda wird Gül bei seinem viertägigen Besuch an Wirtschaftsforen teilnehmen. "Unser Ziel ist es, das Handelsvolumen zwischen unseren beiden Ländern von gegenwärtig 5,5 Milliarden Dollar bis 2010 auf zehn Milliarden Dollar zu steigern", sagte der türkische Präsident zum Auftakt seines Besuchs. Auch einer engeren Zusammenarbeit im Rüstungssektor stehe man offen gegenüber.

Die Staaten am Persischen Golf sind für die türkischen Exporteure ebenfalls interessante Abnehmer, weil sie von den Folgen der Finanzkrise bisher weniger stark betroffen sind. Bereits im vergangenen Jahr haben sich die türkischen Ausfuhren in die Region mehr als verdoppelt. Spitzenreiter waren Bahrain mit einem Zuwachs von 318 Prozent und die Vereinigten Arabischen Emirate mit 166 Prozent.

Seite 1:

Naher Osten zieht türkische Wirtschaft an

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%