Gülen und PKK im Visier
14 Tote nach Anschlagsserie im Südosten der Türkei

Bei einer Serie von Bombenanschlägen und einem Gefecht zwischen Sicherheitskräften und Rebellen sind in der Türkei 14 Menschen ums Leben gekommen. Die türkische Regierung hat die Schuldigen bereits ausgemacht: Gülen und PKK.

AnkaraBei einer Serie von Bombenanschlägen und einem Gefecht zwischen Sicherheitskräften und Rebellen sind im Südosten der Türkei 14 Menschen getötet worden. Mehr als 220 weitere wurden verletzt. Ziel der Anschläge waren Polizeiwachen und ein Militärfahrzeug. Die Behörden machten die verbotene Kurdische Arbeiterpartei PKK für die Taten verantwortlich. Die Polizei unternahm in 18 türkischen Städten gleichzeitig Razzien gegen Firmen mit Verbindungen zu dem im US-Exil lebenden Geistlichen Fethullah Gülen.

Ein Autobombenanschlag ereignete sich am späten Mittwochabend in der Stadt Ipekyolu, wie der Gouverneur der Provinz Van, Ibrahim Tasyapan, mitteilte. Dabei seien ein Polizist und zwei Zivilisten getötet worden. Mindestens 73 weitere Menschen wurden verletzt, darunter 20 Polizisten.

Eine zweite Autobombe detonierte laut einem Bericht der amtlichen Nachrichtenagentur Anadolu am frühen Donnerstagmorgen in der Stadt Elazig. Präsident Recep Tayyip Erdogan sagte, dabei seien mindestens fünf Polizisten getötet und 146 weitere Menschen verletzt worden, 14 von ihnen schwer. Videoaufnahmen zeigten eine riesige Rauchfahne über der Gegend. Autos lagen auf dem Dach, die Fensterscheiben des Gebäudes waren zerstört.

Über diesen Anschlag verhängten die Behörden vorübergehend eine Nachrichtensperre. Ministerpräsident Binali Yildirim reiste nach Elazig, um den Anschlagsort und die Verletzten zu besuchen. Er kündigte an, die PKK zu bekämpfen, bis sie „eliminiert“ sei.

Ziel eines dritten Sprengsatzes war laut Anadolu ein gepanzertes Militärfahrzeug, das von einem Einsatz in der überwiegend kurdischen Provinz Bitlis zurückkehrte. Fünf Soldaten wurden getötet. Gefechte zwischen Sicherheitskräften und Rebellen in einem nahegelegenen Dorf kosteten einen Dorfwächter das Leben. Amnesty International verurteilte die Bombenanschläge als rücksichtslos und brutal.

Erdogan sagte die PKK und die Anhänger Gülens handelten aus den selben Motiven, auch wenn sie verschiedene Namen hätten. Seit dem Putsch am 15. Juli hätten Sicherheitskräfte 182 kurdische Rebellen getötet.

Bei den Razzien gegen Firmen am Donnerstag wurden 204 Geschäftsräume durchsucht, nachdem für 187 Geschäftsleute Haftbefehle ausgestellt worden waren. Sie werden der Mitgliedschaft in einer Terrororganisation und der finanziellen Unterstützung einer Terrororganisation beschuldigt. Ein Gericht ordnete zudem laut Anadolu die Beschlagnahmung des Vermögens von 187 Verdächtigen an.

Die türkische Regierung wirft Gülen und seiner Bewegung vor, hinter dem gescheiterten Putschversuch vom 15. Juli zu stecken. Gülen weist die Vorwürfe zurück.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur
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