Günther Oettinger
Chinesische Regierung ist empört über „Schlitzaugen“-Äußerung

Die chinesische Regierung hat sich empört über die Wortwahl von Günther Oettinger geäußert. Eine Sprecherin des Außenministeriums sagte, die Bemerkungen spiegelten ein tief verwurzeltes Gefühl von Überlegenheit wider.

PekingDie chinesische Regierung hat sich empört über die umstrittenen Äußerungen des deutschen EU-Kommissars Günther Oettinger über Chinesen und andere Asiaten geäußert. Eine Sprecherin des Außenministeriums sagte am Mittwoch in Peking, die Bemerkungen Oettingers spiegelten ein bei einigen westlichen Politikern tief verwurzeltes und verblüffendes Gefühl von Überlegenheit wider.

Oettinger hatte in einer Rede vor Unternehmern in Hamburg von Chinesen als „Schlitzohren und Schlitzaugen“ gesprochen. Später sprach er von einer „etwas saloppen Äußerung“, die in keiner Weise respektlos gegenüber China gemeint gewesen sei. Oettinger ist in der Brüsseler Behörde für den Bereich Telekommunikation zuständig. Künftig soll er das Haushaltsressort der Europäischen Kommission übernehmen. „Wir hoffen, dass diese Leute lernen können, sich und andere objektiv zu beurteilen und dass sie gegenseitigen Respekt und Gleichbehandlung erlernen“, sagte die Ministeriumssprecherin.

Die Grünen-Fraktionsvorsitzende im Europaparlament, Rebecca Harms, sagte dem „Tagesspiegel“ (Donnerstag): „Deutschland kann bestimmt besser vertreten werden in Brüssel.“ Der frühere baden-württembergische CDU-Ministerpräsident sei „in jeder Hinsicht ein Mann von gestern.“

Die Sprecherin des chinesischen Außenministeriums sagte zu den Äußerungen über ihr Land: „Wir hoffen, dass sie lernen, wie man andere als gleichwertig ansieht und mit Respekt behandelt.“

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker, der Oettinger theoretisch entlassen könnte, äußerte sich bis Mittwoch nicht öffentlich zum Inhalt der Rede. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte ihrem Parteifreund hingegen bereits am Montag den Rücken gestärkt. Mit seiner Erfahrung sei dieser ein „ausgezeichnet qualifizierter“ Kommissar, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert in Berlin.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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