Gulbuddin Hekmatjar meldet sich zu Wort
Afghanischer Kriegsherr "warnt" Schutztruppe

Als einen "großen Fehler" hat der radikal-islamische Kriegsherr Gulbuddin Hekmatjar die Ausweitung des Einsatzes der Internationalen Schutztruppe in Afghanistan (ISAF) bezeichnet. Sie sei „ein dem Untergang geweihter Versuch, den Interessen der USA zu dienen“, heißt es nach Angaben der in Pakistan ansässigen Nachrichtenagentur AIP vom Dienstag in einer von Hekmatjar unterzeichneten Mitteilung.

HB KABUL. Als ersten Schritt der ISAF-Ausdehnung begann Ende Oktober der Einsatz der Bundeswehr im nordafghanischen Kundus. „Wir verstehen nicht, was die EU dabei gewinnen will, indem sie sich an die Seite der US-Aggression in Afghanistan stellt“, heißt es in der Mitteilung weiter. „So Gott will, werden die Amerikaner Afghanistan verlassen müssen.“

Verhandlungen mit der US-gestützten Zentralregierung in Kabul erteilte Hekmatjar eine klare Absage. „Gespräche könnten Sinn machen, wenn die Regierung Macht hätte. Die politische Macht liegt beim US-Botschafter in Kabul, die militärische Macht beim Kommandeur der US-Streitkräfte.“

Am selben Tag wurde bei der Explosion einer Autobombe vor dem Gebäude der Vereinten Nationen in der südafghanischen Stadt Kandahar ein Passant verletzt. Der Afghane sei mit seinem Motorrad vorbeigefahren, als der Sprengsatz detonierte, sagte ein Polizeisprecher in Kandahar der dpa. Die Außenmauern des UN-Geländes seien beschädigt worden.

Hekmatjar hatte wie die Taliban zum Dschihad (Heiligen Krieg) gegen die US-Truppen und die Zentralregierung in Kabul aufgerufen. Er wird in Ostafghanistan an der Grenze zu Pakistan vermutet. Dort starteten die US-geführten Koalitionskräfte mit der „Operation Mountain Resolve“ vor kurzem eine neue Offensive. Hekmatjar regierte bis 1996 in Afghanistan. Er wurde von den Taliban gestürzt, hat sich aber angeblich inzwischen dem von ihnen angeführten Widerstand angeschlossen.

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