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Hacker-Angriff: CO2-Zertifikate mit Millionenwert gestohlen

Durch einen raffinierten Angriff sind Hacker an CO2-Verschmutzungsrechte im Wert von mehreren Mio. Euro gelangt. Der Handel mit den Zertifikaten wurde nach dem Vorfall europaweit vorläufig eingestellt.

Kohlekraftwerk Scholven bei Gelsenkirchen: CO2-Zertifikate im Wert von mehreren Mio. Euro gestohlen. Quelle: ap
Kohlekraftwerk Scholven bei Gelsenkirchen: CO2-Zertifikate im Wert von mehreren Mio. Euro gestohlen. Quelle: ap

HB BERLIN. Der weltweite Handel mit Kohlendioxid-Rechten ist Ziel eines großangelegten Computer-Diebstahls geworden. Internet-Betrüger verschafften sich Zugang zu den Rechte-Konten der Unternehmen und verkauften diese anschließend für mehrere Mio. Euro. „Das war eine weltweite Aktion“, sagte der Chef der Deutschen Emissionshandelsstelle (DEHSt), Hans-Jürgen Nantke, am Mittwoch Reuters. So seien nicht nur Firmen in Deutschland, sondern offenbar in allen 27 Euro-Staaten attackiert worden, die an dem Handel teilnehmen. Darüber hinaus seien aber auch Australien, Norwegen und Neuseeland Ziele gewesen.

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Der sogenannte Emissionshandel ist das entscheidende Instrument der EU und anderer Staaten, um den Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) zu reduzieren. Firmen bekommen eine bestimmte Menge an CO2-Verschmutzungsrechten zugeteilt und müssen diese häufig mit Zukäufen aufstocken. Wer aber besonders umweltfreundlich produziert, kann seine überschüssigen Zertifikate über Börsen und Banken verkaufen.

Nach Angaben von DEHSt-Chef Nantke haben in der vergangenen Woche Betrüger ähnlich wie bei Online-Banken sogenannte Phishing-Mails verschickt. Darin forderten sie offenbar im Namen der DEHSt dazu auf, ihre Zugangsdaten für die Rechte-Konten anzugeben. Anschließend wurden Zertifikate ins Ausland verschoben und schnell verkauft. „Wir haben die Staatsanwaltschaft Berlin eingeschaltet“, sagte Nantke. Auch das Bundeskriminalamt ermittele.

In Deutschland nehmen rund 2000 Unternehmen an dem Handel teil. Sieben hätten Nantke zufolge ihre Zugangsdaten preisgegeben, sechs davon seien bestohlen worden. Insgesamt wurden die deutschen Firmen demnach um 250 000 Zertifikate im Wert von rund drei Mio. Euro erleichtert. Der europa- oder weltweite Schaden ist unbekannt.

Die DEHSt habe vergangene Woche das Zertifikate-Register geschlossen, wo der Handel mit dokumentiert wird. Es werde aber am Donnerstag wieder geöffnet, sagte Nantke. Die DEHSt habe den Unternehmen nun technische Hinweise gegeben, mit denen sie sich besser vor Online-Betrügern schützen könnten, sagte Nantke.

  • 03.02.2010, 18:08 UhrAnonymer Benutzer: Lola

    Verschmutzungswerte? CO2-Zertifikate?
    in welcher irren Welt leben wir eigentlich?
    Ein bravo Hurra auf die Hacker, die uns diesen irrsinn vor Augen führen.
    Welche Gehirne denken sich solche Dinge aus?
    Wo kommt der "Millionenwert" für diese "Zertifikate" her?
    Gibt es die Möglichkeit, Stopp, Nein!! zu sagen
    zu dieser offensichtlich geplanten Halsabschneiderei?

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