Hälfte der Siedler vermeidet Zwangsräumung
Ausschreitungen bei Gaza-Abzug

Am zweiten Tag des israelischen Abzugs aus dem palästinensischen Gaza-Streifens ist es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Soldaten und Gegnern der Räumung gekommen. Wenige Stunden vor Ablauf der Frist zum freiwilligen Wegzug soll rund die Hälfte der 1700 Siedlerfamilien eine Zwangsräumung vermieden haben.

HB NEWE DEKALIM/ESCHKOL. Vor dem Beginn der Zwangsräumung am Mittwoch hat die israelische Polizei 217 gewalttätige Demonstranten festgenommen. Die Protestierer scheiterten am Dienstag aber mit Versuchen, die Abreise von Siedlern zu blockieren. Der Regierungskoordinator für den Abzug, Eval Giladi, kündigte eine entschlossene Räumung der jüdischen Siedlungen an. „Innerhalb weniger Tage wird es keine Siedler und keine Eindringlinge mehr im Gazastreifen geben“, sagte Giladi in einem Pressezentrum am Rande des Gazastreifens wenige Stunden vor dem Ablauf der endgültigen freiwilligen Räumungsfrist um Mitternacht.

Nach amtlichen Angaben hatte am Abend etwa die Hälfte der 1700 Siedlerfamilien den Gazastreifen verlassen. Das Oberste Gericht Israels stoppte unterdessen die nach dem Abzug geplante Zerstörung von Synagogen. Es müsse geprüft werden, ob Teile der Synagogen abgebaut und bei dem Bau neuer Gotteshäuser im israelischen Kernland wiederverwendet werden könnten.

„Wir werden es Gesetzesbrechern nicht erlauben, den Abzug zu stören“, warnte der israelische Verteidigungsminister Schaul Mofas. Widerstand wird bei dem Beginn der Zwangsräumung vor allem von etwa 5000 militanten Israelis erwartet, die sich illegal im Gazastreifen aufhalten. Im Süden Israels wurden etwa 800 Abzugsgegner in Gewahrsam genommen, die über den Kissufim-Übergang in den Gazastreifen eindringen wollten.

In der jüdischen Siedlung Newe Dekalim hatten Handgemenge begonnen, als jugendliche Demonstranten Lastwagen blockieren wollten, die für den Umzug von Siedlerfamilien eingesetzt wurden. Auswärtige Demonstranten versuchten, Siedler an einer geordneten Abreise zu hindern, sagte Polizeikommandeur Meir Ben Jischai. Widerstand gegen die Räumung der Siedlung werde nicht geduldet. Die Polizei werde alle Störenfriede festnehmen, sagte er. Jeder Demonstrant sei illegal, und die Sicherheitskräfte hätten volle Handlungsfreiheit.

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