Härteres Durchgreifen: UN-Truppen greifen in Kongo hart durch

Härteres Durchgreifen
UN-Truppen greifen in Kongo hart durch

Nur wenige Tage nach dem gewaltsamen Tod von neun Blauhelmsoldaten im Nordosten Kongos haben die UN-Truppen bei einem Gefecht mehr als 50 örtliche Milizionäre getötet.

HB NEW YORK. Nach UN-Darstellung waren 240 Blauhelmsoldaten am Dienstag in der Nähe des Dorfes Loga nördlich der Provinzhauptstadt Ituri auf der Suche nach Aufständischen unter Feuer genommen und mit Minenwerfern attackiert worden. Die bedrängten Blauhelme hätten Unterstützung durch Kampfhubschrauber angefordert, sagte ein UN-Sprecher am Mittwoch in New York. Zwei UN-Soldaten seien verletzt worden.

Die Vereinten Nationen räumten ein, nach dem tödlichen Überfall auf UN-Soldaten vom Freitag entschiedener in der Region durchzugreifen. UN-Sprecher Stéphane Dujarric begründete das härtere Vorgehen mit der Notwendigkeit, die Zivilbevölkerung vor den ständigen Übergriffen der Milizionäre schützen und die Lage in der Unruheprovinz Ituri stabilisieren zu müssen.

Bei dem Überfall hatten Kämpfer der FNI-Miliz neun Blauhelmsoldaten aus Bangladesch erschossen. Der Weltsicherheitsrat verurteilte die tödliche Attacke auf Friedenshüter am Mittwoch in einer formalen Erklärung „auf das Schärfste“. Gleichzeitig lobte das höchste UN-Gremium den Einsatz der Soldaten „unter gefährlichsten Bedingungen“ und begrüßte ihr hartes Durchgreifen „zur Erfüllung ihres UN-Mandats“.

„Das entschiedenere Vorgehen besteht vor allem darin, dass wir jetzt auf Patrouille gehen“ und die Unruhegebiete nach Milizionären durchsuchen, erläuterte Dujarric vor Journalisten. FNI-Milizionäre hätten erst kurz zuvor wieder Überfälle auf die örtliche Bevölkerung verübt. Seit 1999 sind nach UN-Schätzung mindestens 70 000 Zivilisten durch die Angriffe von Milizen verschiedener Volksgruppen ums Leben gekommen. Die Vereinten Nationen haben in Kongo mehr als 10 000 UN- Soldaten eingesetzt - die derzeit größte Friedensmission weltweit.

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