Haftbefehl

Russland fahndet nach Chodorkowskij

Russland erlässt einen internationalen Haftbefehl gegen Michail Chodorkowski. Der Kremlkritiker wird wegen eines Mordfalls aus dem Jahr 1998 beschuldigt. Seine Sprecherin zeigt sich davon unbeeindruckt.
Kremlkritiker Michail Chodorkowski wird nun mit internationalem Haftbefehlt gesucht. Quelle: dpa
Michail Chodorkowski

Kremlkritiker Michail Chodorkowski wird nun mit internationalem Haftbefehlt gesucht.

(Foto: dpa)

MoskauRussland hat einen internationalen Haftbefehl gegen den Kremlkritiker Michail Chodorkowski erlassen. Der frühere Oligarch sei weltweit zur Fahndung ausgeschrieben worden, teilte das einflussreiche Ermittlungskomitee am Mittwoch in Moskau mit. Außerdem ordnete die Justiz demnach an, Chodorkowski in Untersuchungshaft zu nehmen.

Die Sprecherin des Kremlkritikers, Kulle Pispanen, zeigte sich unbeeindruckt. Chodorkowski werde „seine Reisen in keinster Weise wegen der Entscheidungen der Vampire des Kreml“ einschränken, sagte sie der Nachrichtenagentur AFP.

Die russische Justiz eröffnete kürzlich ein Verfahren gegen Chodorkowski wegen des Verdachts, 1998 den Mord an einem Bürgermeister in Sibirien in Auftrag gegeben zu haben. Auch des versuchten Mordes an einem Leibwächter des Bürgermeisters sowie eines weiteren Geschäftsmannes wird Chodorkowski bezichtigt. Der ehemalige Oligarch kritisierte das Verfahren als „politisch motiviert“ und sprach von einer „Farce“.

Putin hat den „Gang des Schützen“
Wladimir Putin
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Der etwas steif wirkende rechte Arm des russischen Präsidenten Wladimir Putin ist Wissenschaftlern zufolge mitnichten ein erstes Anzeichen für Parkinson – vielmehr könnte er auf das intensive Schießtraining beim früheren Geheimdienst KGB zurückgehen. Eine Gruppe von Neurologen geht in der am Dienstag veröffentlichten ungewöhnlichen Studie der Frage nach, warum Putins linker Arm beim Laufen locker mitpendelt, der rechte Arm aber relativ steif am Körper anliegt.

Skurrile Thesen in der Weihnachtszeit
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Das „British Medical Journal“ veröffentlicht jedes Jahr um die Weihnachtszeit Studien mit ungewöhnlichen Blickwinkeln und skurrilen Thesen. Studienleiter Bastiaan Bloem betonte aber gegenüber der Nachrichtenagentur AFP: „Das ist eine ungewöhnliche Studie, aber sie hat eine sehr ernsthafte Botschaft.“ Denn es gebe bereits zahlreiche Spekulationen über den steifen Arm des russischen Präsidenten, unter anderem einen Schlaganfall oder eine Lähmung wegen einer Zangengeburt. „Wir stellen sehr vorsichtig neue Hypothesen in den Raum“, erklärte Bloem.

Der „Gang des Schützen“
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Die Forscher kamen deswegen auf eine andere Hypothese: Die Armbewegungen des Präsidenten gehen auf seine Zeit beim einstigen sowjetischen Geheimdienst KGB zurück, wo Agenten intensiv an der Waffe ausgebildet wurden. Die Neurologen besorgten sich ein „Ausbildungs-Handbuch von früheren KGB-Mitarbeitern“ und fanden dort Anweisungen, dass Agenten beim Laufen ihren Arm immer am Körper angelegt halten müssen - damit sie gegebenenfalls schnell ihre Waffe ziehen können. Die entsprechende Gangart bezeichneten die Wissenschaftler als „Gang des Schützen“.

Wie ein Cowboy
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„Wir haben andere Beispiele gefunden, bei denen ein minimalistisches Pendeln eines Arms mit dem Umgang mit Waffen zusammenhängt“, schrieben die Forscher. „Die Cowboys in Wildwest-Filmen bewegen ihren rechten Arm häufig nur wenig.“

Parkinson?
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„Das erste, was einem in den Sinn kommt, ist die Parkinsonkrankheit“, schreiben die Wissenschaftler aus Portugal, Italien und den Niederlanden, die eine Reihe von YouTube-Videos mit Putin auswerteten, in der im Fachmagazin „British Medical Journal“ (BMJ) veröffentlichten Studie. Denn asymmetrische Armbewegungen seien eines der ersten Anzeichen für die Erkrankung des zentralen Nervensystems. Allerdings gibt es bei Putin keinerlei andere Parkinson-Symptome, etwa zitternde Hände oder eine schlechte Koordination von Armen und Beinen. Die Neurologen betonten zudem das große Geschick des 63-Jährigen in der Kampfsportart Judo.

Nachahmer
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Mit der sehr ähnlichen Gangart von Putins Regierungschef Dmitri Medwedew befassten sich die Forscher übrigens auch. Hier liegt der Fall weniger klar, denn Medwedew erhielt keine militärische Ausbildung. Die Wissenschaftler mutmaßen: Womöglich will Medwedew einfach nur seinen Chef nachahmen.

Chodorkowski, der Gründer und ehemalige Mehrheitsaktionär des Yukos-Konzerns, war 2003 festgenommen worden. Russlands damals reichster Mann wurde wegen Betrugs und Steuerhinterziehung verurteilt und war jahrelang inhaftiert. Ende 2013, wenige Wochen vor den Olympischen Winterspielen im russischen Sotschi, wurde er von Präsident Wladimir Putin überraschend begnadigt.

Nach seiner Freilassung gründete Chodorkowski seine Bewegung zur Sammlung der schwachen proeuropäischen Kräfte in Russland. Anfang Dezember rief er von seinem Londoner Exil zu einer "Revolution" in Russland auf. Putin warf er einen verfassungswidrigen "Staatsstreich" vor.

  • afp
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