Haftbefehl: Tunesien lässt nach Ben Ali fahnden

Haftbefehl
Tunesien lässt nach Ben Ali fahnden

Die tunesische Übergangsregierung hat einen internationalen Haftbefehl gegen den gestürzten Präsidenten Zine el Abidine Ben Ali und seine Frau Leila Trabelsi beantragt.
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Tunis/ParisBen Ali und mehrere weitere Familienmitglieder würden wegen Bereicherung und illegaler Devisentransfers gesucht, sagte der tunesische Justizminister Lazhar Karoui Chebbi am Mittwoch in Tunis. Der seit 23 Jahren regierende Präsident war am 14. Januar nach tagelangen Protesten ins saudi-arabische Exil geflohenen. Die Schweiz hat bereits seine Konten einfrieren lassen. Die EU hat dies ebenfalls vor. Die Polizeiorganisation Interpol bestätigte den internationalen Haftbefehl zunächst nicht.

Der Trabelsi-Clan der Präsidentengattin ist in dem nordafrikanischen Land verhasst, weil er wichtige Schlüsselposten der Wirtschaft besetzt und sich auf diese Weise gnadenlos bereichert hatte. Ben Alis angeheiratete Verwandtschaft lebte in Saus und Braus. Ihre Villen wurden nach ihrer Flucht systematisch von aufgebrachten Bürgern geplündert.

In Tunesien wird in Kürze mit einer Kabinettsumbildung gerechnet. Demonstranten fordern seit Tagen den Rücktritt der Minister, die bereits unter Ben Ali im Amt waren.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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